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Karies: Ursachen, Symptome und Behandlung in Berlin

Karies: Ursachen, Symptome und Behandlung in Berlin

Karies ist ein Loch im Zahn — aber sie ist es erst am Ende. Davor liegt ein Prozess, der Monate bis Jahre dauert und in dem sich der Zahnschmelz zunächst nur entkalkt. Solange die Oberfläche noch geschlossen ist, lässt sich dieser Prozess aufhalten. Erst wenn die Oberfläche einbricht und die Läsion nicht mehr sauber zu halten oder zu versiegeln ist, wird gebohrt und gefüllt. Diese Seite erklärt, wie Karies entsteht, woran Sie sie bemerken und woran nicht, wie wir sie in unseren vier Berliner Praxen feststellen, ab welchem Stadium eine Füllung nötig wird, was sie kostet und was die gesetzliche Krankenkasse davon trägt. Für die einzelnen Sonderfälle gibt es eigene Seiten: Karies zwischen den Zähnen, Karies unter einer Krone, der Unterschied zwischen Karies und Verfärbung, fortgeschrittene Karies mit Schmerzen und die Behandlung ohne Bohren mit Kariesinfiltration.
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Die kurze Antwort

Nicht kavitierte Karies muss nicht gebohrt werden: Versiegeln oder Infiltrieren senkte die Chance auf ein Fortschreiten auf 0,24 gegenüber nicht-invasiver Behandlung (7 Studien, 602 Läsionen).

Einflächige Füllung, gesetzlich versichert
0 Euro Zuzahlung. Die Kasse vergütet der Praxis in Berlin 44,14 Euro (BEMA 13 a, 33 Punkte, Punktwert 1,3377 Euro, III. Quartal 2026).
Mehrflächige Füllungen, gesetzlich versichert
Ebenfalls 0 Euro Zuzahlung: zweiflächig 54,85 Euro, dreiflächig 70,90 Euro, größer 84,28 Euro Kassenvergütung (BEMA 13 b bis 13 d).
Einflächige Kompositfüllung, privat
68,17 Euro je Zahn zum 2,3-fachen Regelsatz (GOZ 2060, 527 Punkte). Der Gebührenrahmen reicht von 29,64 Euro (1,0-fach) bis 103,74 Euro (3,5-fach).
Kontrolluntersuchung
Für gesetzlich Versicherte einmal je Kalenderhalbjahr, frühestens vier Monate nach der letzten (BEMA 01). Die Kasse vergütet dafür 24,08 Euro.
Wie viel Zeit bleibt bis zum Dentin
Ist die Schmelz-Dentin-Grenze durchbrochen, erreichten 75 Prozent der Flächen die äußere Dentinhälfte binnen 1,3 Jahren — davor waren es 4,8 Jahre (Mejàre et al. 1999, 536 Kinder).
Behandlung ohne Bohren
Versiegeln oder Infiltrieren nicht kavitierter Läsionen senkte die Chance auf ein Fortschreiten auf 0,24 (Odds Ratio, 95-%-KI 0,14–0,41; 7 Studien, 602 Läsionen, Cochrane 2015).

Die Kassenbeträge sind die Vergütung der Praxis, nicht Ihre Zuzahlung; sie beruhen auf dem Berliner Punktwert des III. Quartals 2026 und ändern sich quartalsweise. Ob Karies vorliegt, kann nur die zahnärztliche Untersuchung beurteilen.

Was ist Karies?

Karies ist eine Erkrankung der Zahnhartsubstanz, die durch Bakterien im Zahnbelag ausgelöst wird. Der Fachbegriff für den Belag ist Plaque, für die Erkrankung Caries dentium. Auf jedem Zahn bildet sich täglich ein Biofilm aus Bakterien, Speichelbestandteilen und Nahrungsresten. Bekommen diese Bakterien Zucker, bauen sie ihn zu Säuren ab. Die Säuren lösen Mineralien aus dem Zahnschmelz — Fachleute nennen das Demineralisation. Zwischen den Mahlzeiten kehrt sich der Vorgang um: Der Speichel neutralisiert die Säure und lagert Mineralien wieder ein. Karies entsteht dort, wo dieses Gleichgewicht über längere Zeit zur Seite der Entkalkung kippt. Deshalb ist nicht die Menge des Zuckers entscheidend, sondern wie oft und wie lange die Zähne Säure ausgesetzt sind. Wichtig ist der Unterschied zwischen zwei Zuständen. Solange nur Mineralien fehlen und die Schmelzoberfläche geschlossen ist, spricht man von einer nicht kavitierten Läsion; sie kann sich zurückbilden. Bricht die Oberfläche ein, entsteht eine Kavität — ein Loch. Ab diesem Punkt wächst kein Zahnschmelz nach. Der Zahn kann dann nur noch mit einer Füllung wiederhergestellt werden. Wie häufig Karies in Deutschland ist, hat zuletzt die Sechste Deutsche Mundgesundheitsstudie erhoben: Zwölfjährige haben heute im Durchschnitt 0,5 Zähne mit Karieserfahrung, 78 Prozent von ihnen sind kariesfrei. Bei den 35- bis 44-Jährigen sind es 8,3 Zähne. Die Karieslast im bleibenden Gebiss ist seit Ende der 1980er-Jahre um 90 Prozent zurückgegangen — sie verteilt sich allerdings sehr ungleich: 22,4 Prozent der Zwölfjährigen tragen die gesamte Karieserfahrung ihrer Altersgruppe.

Die Stadien der Karies — von der weißen Stelle bis zum Loch

Zahnärztinnen und Zahnärzte beschreiben Karies nicht als vorhanden oder nicht vorhanden, sondern in Stufen. Das international gebräuchliche System heißt ICDAS, International Caries Detection and Assessment System. Die S3-Leitlinie zur Fissuren- und Grübchenversiegelung nennt es als eines der beiden Systeme, denen aus methodischer Sicht der Vorzug zu geben ist, weil sie auch die nicht kavitierten Läsionen erfassen. Praktisch fasst die Leitlinie die Stufen in zwei Gruppen zusammen: ICDAS 1 bis 2 sind nicht kavitierte Läsionen, ICDAS 3 bis 6 sind manifeste Läsionen. An dieser Grenze ändert sich die Behandlungsfrage — sie ist aber keine automatische Grenze zum Bohren: Auch eine manifeste Läsion wird erst dann gefüllt, wenn sie nicht mehr sauber zu halten oder zu versiegeln ist. Die folgende Übersicht übersetzt die Stufen in das, was Sie im Spiegel sehen könnten, und in das, was daraus folgt. Beurteilen lässt sich das nur an gereinigten, getrockneten und gut beleuchteten Zähnen; die Leitlinie schreibt diese drei Bedingungen ausdrücklich vor. Die Zeitangaben stammen aus einer schwedischen Langzeitstudie, die Zahnzwischenflächen jährlich mit Bissflügelaufnahmen verfolgt hat. Sie nutzt eine eigene, röntgenologische Stadieneinteilung von 0 bis 5, die sich nicht eins zu eins auf ICDAS abbilden lässt; sie ist hier zugeordnet, weil sie dieselbe Grenze beschreibt — Schmelz gegen Dentin.
Gesunder Zahn (ICDAS 0)
Keine sichtbare Veränderung nach Reinigung und Trocknung. In der schwedischen Langzeitkohorte von Mejàre und Kollegen blieben 75 Prozent der gesunden Zahnzwischenflächen 6,3 Jahre lang ohne eine Schmelzläsion, die bis zur Schmelz-Dentin-Grenze reicht.
Erste Entkalkung, nur nach Trocknung sichtbar (ICDAS 1)
Eine kreidig-weiße oder bräunliche Verfärbung, die erst auffällt, wenn der Zahn getrocknet wird. Sie ist der früheste sichtbare Punkt und der günstigste: Hier ist Karies noch umkehrbar.
Weiße oder braune Stelle, auch feucht sichtbar (ICDAS 2)
Umgangssprachlich White Spot. Der Schmelz ist entkalkt, die Oberfläche aber geschlossen. Im vergleichbaren Röntgenstadium erreichten in derselben Kohorte 75 Prozent der Flächen die äußere Dentinhälfte nicht innerhalb von 4,8 Jahren. Behandlung heißt hier: Fluorid, Belagkontrolle, gegebenenfalls Versiegeln oder Infiltrieren — nicht bohren.
Schmelzeinbruch (ICDAS 3)
Die Oberfläche ist an einer kleinen Stelle eingebrochen, das Dentin darunter aber noch nicht sichtbar erreicht. Das ist der Wendepunkt: Im vergleichbaren Röntgenstadium erreichten 75 Prozent der Läsionen die äußere Dentinhälfte nicht innerhalb von 1,3 Jahren statt innerhalb von 4,8 Jahren; im Median dauerte der Übergang 3,1 Jahre. Die Rate steigt von 5,4 auf 20,3 neue Übergänge je 100 Flächenjahre.
Dunkler Schatten aus dem Dentin (ICDAS 4)
Der Zahn wirkt an einer Stelle gräulich oder bläulich durchschimmernd, ohne dass ein großes Loch zu sehen wäre. Die Läsion liegt bereits im Dentin. Häufig an Kauflächen und in Zahnzwischenräumen — dort wird sie meist erst auf der Bissflügelaufnahme sichtbar.
Deutliche Kavität (ICDAS 5 und 6)
Ein sichtbares Loch mit freiliegendem Dentin, bei ICDAS 6 über mehr als die Hälfte der Zahnfläche. Speisereste bleiben hängen, der Zahn reagiert empfindlich. Hier ist eine Füllung, je nach Ausdehnung ein Inlay, eine Teilkrone oder eine Krone erforderlich.
Karies Ursachen

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Karies Ursachen: Warum manche Zähne betroffen sind und andere nicht

Vier Dinge müssen zusammenkommen, damit Karies entsteht: ein Zahn, Bakterien im Belag, vergärbare Kohlenhydrate und Zeit. Fehlt eines davon, entsteht keine Karies. Zahnstein selbst verursacht dabei keine Karies, er bietet nur eine raue Oberfläche, auf der sich neuer Belag leichter festsetzt. Entscheidend ist die Häufigkeit. Nach jeder zuckerhaltigen Mahlzeit sinkt der pH-Wert im Belag für eine Weile ab; der Speichel braucht danach Zeit, um wieder auszugleichen. Wer über den Tag verteilt oft nascht oder gesüßte Getränke trinkt, hält den Zahn dauerhaft im sauren Bereich. Die aktuelle S3-Leitlinie zur Kariesprävention formuliert das in vier eigenen Empfehlungen mit der stärksten Stufe: den Verzehr von Produkten mit freien Zuckern reduzieren, zuckerhaltige Zwischenmahlzeiten vermeiden, Getränke mit Zuckerzusatz vermeiden und die Zuckeraufnahme vor dem Zubettgehen nach der Mundhygiene unterlassen. Für gesüßte Getränke wurde in einer Übersicht über 38 Studien ein Dosis-Wirkungs-Zusammenhang mit hoher Evidenz gefunden; Zucker vor dem Schlafengehen war in einer Kohortenstudie mit einem 2,4-fach erhöhten Risiko für kavitierte Läsionen verbunden. Bemerkenswert ist, was die Leitlinie nicht sagt: Für unverarbeitete Stärke besteht nach ihrer Bewertung eine geringe Kariogenität. Für verarbeitete stärkehaltige Lebensmittel zwischen den Mahlzeiten dagegen gilt eine eigene Empfehlung der stärksten Stufe, sie zu vermeiden. Und ebenso wichtig: Wo Karies entsteht, ist nicht zufällig. Sie beginnt dort, wo Belag ungestört liegen bleibt — in den Fissuren der Kauflächen, in den Zahnzwischenräumen, am Zahnfleischrand und an freiliegenden Zahnhälsen. Genau diese Stellen erreicht die Zahnbürste am schlechtesten.

Weitere Risikofaktoren für Karies

Neben Belag und Zucker gibt es Umstände, die das Gleichgewicht dauerhaft zur Seite der Entkalkung verschieben. Sie erklären, warum zwei Menschen mit derselben Zahnpflege sehr unterschiedlich betroffen sein können. Keiner dieser Punkte bedeutet für sich, dass Karies entsteht — sie verkürzen nur die Zeit, in der sie entstehen kann, und ändern damit, wie eng die Kontrollabstände sein sollten.
Zu wenig Speichel
Speichel neutralisiert Säuren und liefert die Mineralien für die Rückbildung früher Läsionen. Ein trockener Mund nimmt dem Zahn diesen Schutz. Häufige Ursachen sind Medikamente, Bestrahlungen im Kopf-Hals-Bereich und bestimmte Erkrankungen. Wer regelmäßig Medikamente nimmt, sollte das beim Zahnarzttermin ansprechen.
Freiliegende Zahnhälse
Wurzeloberflächen sind weicher als Zahnschmelz und werden schneller angegriffen. In der Sechsten Deutschen Mundgesundheitsstudie hatten 13,8 Prozent der 35- bis 44-Jährigen Wurzelkaries, bei den 65- bis 74-Jährigen 59,1 Prozent. Für diese Gruppe empfiehlt die S3-Leitlinie ausdrücklich eine höher konzentrierte, verschreibungspflichtige Zahnpasta, die erst ab 16 Jahren angewendet werden darf.
Tiefe, enge Fissuren an den Backenzähnen
Kauflächen mit tiefem oder retentivem Fissurenrelief tragen laut S3-Leitlinie ein zahnflächenbezogenes Kariesrisiko, auch wenn der übrige Mund gesund ist. Genau dafür gibt es die Fissurenversiegelung — bei Kindern und Jugendlichen an den Zähnen 6 und 7 eine Leistung der gesetzlichen Krankenkasse.
Kieferorthopädische Apparaturen
Brackets und Bänder schaffen Stellen, an denen Belag liegen bleibt. Die S3-Leitlinie hält für diese Situation die Anwendung einer hochkonzentrierten Zahnpasta für erwägenswert und nennt professionell aufgetragene Chlorhexidin-Lacke mit mindestens einem Prozent als Möglichkeit.
Schon vorhandene Karieserfahrung
Der beste Vorhersagewert für neue Karies ist alte Karies. In der schwedischen Langzeitkohorte hatten Elf- bis Zwölfjährige mit mehr als einer betroffenen Zahnzwischenfläche ein 2,5-fach höheres Risiko für neue Schmelzläsionen als Gleichaltrige ohne.
Bestehende Füllungen und Kronenränder
An den Rändern alter Restaurationen kann erneut Karies entstehen, fachlich Sekundärkaries. Unter einer Krone bleibt sie besonders lange unbemerkt — dafür gibt es auf dieser Website eine eigene Seite.
Karies Symptome

Karies Symptome: Woran Sie sie bemerken — und woran nicht

Die ehrliche Antwort lautet: Am Anfang bemerken Sie gar nichts. Eine Entkalkung im Schmelz tut nicht weh, weil im Schmelz keine Nerven liegen. Sie ist außerdem oft nicht zu sehen, weil sie in einem Zahnzwischenraum oder in einer Fissur beginnt. Das ist kein Nebenaspekt, sondern der Grund, warum Kontrolluntersuchungen überhaupt existieren. Wenn Beschwerden auftreten, folgen sie einem typischen Muster. Zuerst reagiert der Zahn kurz auf Süßes, dann auf Kaltes; das Ziehen hört auf, sobald der Reiz weg ist. Später hält es nach — ein kalter Schluck, und es zieht noch eine halbe Minute weiter. Kommt Wärmeempfindlichkeit dazu oder wacht der Zahn nachts von selbst auf, ist das ein Hinweis darauf, dass die Entzündung den Zahnnerv erreicht hat; dann geht es nicht mehr nur um eine Füllung. Sichtbar wird Karies meist erst spät: eine weiße oder bräunliche Stelle, ein dunkler Schatten unter der Kaufläche, eine raue Kante, an der die Zunge hängen bleibt, Speisereste, die immer an derselben Stelle stecken, oder Mundgeruch, der sich durch Putzen nicht bessert. Ein Zahn, der auf Druck oder beim Zubeißen schmerzt, ist ein eigenes Signal und gehört zeitnah angesehen. Und noch eine Einschränkung gehört dazu: Keines dieser Anzeichen beweist Karies, und ihr Fehlen schließt sie nicht aus. Ob eine Verfärbung Karies ist oder eine harmlose Einlagerung, lässt sich mit bloßem Auge oft nicht entscheiden — dafür gibt es auf dieser Website eine eigene Seite.
Ab wann tut Karies weh — und was der Schmerz verrät

Ab wann tut Karies weh — und was der Schmerz verrät

Schmerz ist bei Karies kein Frühwarnsystem, sondern ein Spätsignal. Solange die Läsion im Zahnschmelz liegt, gibt es nichts zu spüren. Erreicht sie das Dentin, das unter dem Schmelz liegt und über feine Kanälchen mit dem Zahnnerv verbunden ist, entstehen die kurzen Reizschmerzen auf Süßes und Kaltes. Das ist der Punkt, an dem die meisten Menschen zum ersten Mal etwas merken — und an dem eine Füllung in aller Regel noch genügt. Vier Zeichen deuten darauf hin, dass es nicht mehr nur um eine Füllung geht: ein Schmerz, der nach dem Reiz noch minutenlang nachhallt; Schmerz auf Warmes; Schmerz, der ohne jeden Anlass auftritt, besonders nachts; und ein Zahn, der auf Aufbeißen oder Klopfen empfindlich ist. Diese Zeichen sprechen für eine Entzündung des Zahnnervs oder für eine Entzündung, die bereits über die Wurzelspitze hinausgeht. Dann sind Wurzelbehandlung oder, in fortgeschrittenen Fällen, andere Wege zu besprechen. Was der Schmerz nicht verrät, ist ebenso wichtig: Er sagt nichts über die Größe des Lochs. Ein winziger Defekt an der richtigen Stelle kann heftig ziehen, ein großer Defekt an einem Zahn mit abgestorbenem Nerv gar nicht. Deshalb ist Schmerzfreiheit kein Grund, eine bekannte Karies liegen zu lassen. Umgekehrt gilt: Akute Zahnschmerzen sind ein Grund, kurzfristig einen Termin zu suchen, und nicht erst die nächste Routinekontrolle abzuwarten. Und es gibt Zeichen, bei denen nicht bis zum nächsten freien Termin gewartet wird: eine Schwellung an Wange, Kiefer oder Mundboden, Fieber, Schluckbeschwerden oder eine Mundöffnung, die sich nicht mehr weit öffnen lässt. Sie sprechen dafür, dass sich eine Entzündung über den Zahn hinaus ausbreitet, und gehören sofort zahnärztlich abgeklärt — außerhalb der Sprechzeiten über den zahnärztlichen Notdienst.
Karies Diagnose beim Zahnarzt

Wie Karies festgestellt wird: Blick, Bissflügel, Grenzen

Am Anfang steht die visuelle Untersuchung. Sie ist aussagekräftiger, als ihr Ruf vermuten lässt — vorausgesetzt, drei Bedingungen sind erfüllt, die die aktuelle S3-Leitlinie ausdrücklich nennt: Die Zähne müssen gereinigt, getrocknet und gut beleuchtet sein. Ohne Trocknung bleibt die früheste Stufe schlicht unsichtbar. Das spitze Sondieren, das viele aus früheren Jahren kennen, ist dabei überholt. Die Leitlinie beurteilt es kritisch, weil es gegenüber dem reinen Hinsehen kaum Informationsgewinn bringt, aber Schmelzdefekte verursachen kann; empfohlen wird eine abgerundete Sonde zum drucklosen Abtasten der Oberfläche. Was das Auge nicht sieht, sind die Zahnzwischenräume und Läsionen, die sich unter einer scheinbar geschlossenen Kaufläche ausbreiten. Dafür gibt es die Bissflügelaufnahme: eine kleine Röntgenaufnahme, auf der die Kronen von Ober- und Unterkiefer einer Seite nebeneinander abgebildet sind. Die S3-Leitlinie nennt sie im Milch- wie im bleibenden Gebiss die ergänzende Methode der Wahl. Sie ist aber kein perfektes Werkzeug, und das gehört dazu: Für okklusale und approximale Karies liegt ihre Sensitivität in den ausgewerteten Übersichten bei etwa 0,40 bis 0,50, die Spezifität bei 0,80 bis 0,90. Übersetzt heißt das: Was auf dem Bild als Karies erscheint, ist meistens auch Karies — aber ein unauffälliges Bild schließt eine frühe Läsion nicht aus. Die Sensitivität ist an frühen Stadien niedriger und an fortgeschrittenen höher. Neben dem Röntgen gibt es lichtoptische Verfahren, etwa die Laserfluoreszenzmessung und die Nahinfrarot-Transillumination. Die Leitlinie bewertet sie differenziert: Bei niedriger Kariesprävalenz besteht bei der Laserfluoreszenz ein erhöhtes Risiko falsch positiver Befunde, was zu Überbehandlung führen kann; für die Nahinfrarot-Transillumination berichtet eine Übersicht gute Genauigkeit an Zahnzwischenflächen, eine andere sieht sie beim Erkennen von Schmelzkaries begrenzt. Zur Untersuchung gehört schließlich noch etwas, das kein Gerät leistet: die Einschätzung, ob eine gefundene Läsion aktiv ist oder stillsteht. Die Leitlinie führt dafür klinische Merkmale auf — Belag auf der Läsion, eine raue und matte statt glatte und glänzende Schmelzoberfläche, weiches statt hartes Dentin, die Lage nahe am Zahnfleischrand. Und sie gibt eine klare Regel für den Zweifelsfall vor: Läsionen mit unsicherem Aktivitätsstatus sind bis zur nächsten Beurteilung grundsätzlich als aktiv zu behandeln.

Wie schnell schreitet Karies fort?

Diese Frage entscheidet, ob ein Befund eine Verabredung für die nächste Kontrolle ist oder ein Termin für nächste Woche. Beantworten lässt sie sich, weil es Langzeitdaten dazu gibt. Die belastbarste stammt aus Schweden: Eine geschlossene Kohorte von 536 Kindern wurde vom elften bis zum 22. Lebensjahr jährlich mit Bissflügelaufnahmen verfolgt, und zwar bewusst unter einer Behandlungsstrategie, die auf Remineralisation statt auf frühes Füllen setzte. Das Ergebnis ist eine Zahlenreihe, die man sich merken kann. Von den gesunden Zahnzwischenflächen blieben 75 Prozent 6,3 Jahre lang ohne eine Schmelzläsion, die bis zur Schmelz-Dentin-Grenze reicht. Lag bereits eine solche Schmelzläsion vor, erreichten 75 Prozent innerhalb von 4,8 Jahren nicht die äußere Dentinhälfte. War die Schmelz-Dentin-Grenze aber einmal durchbrochen, schrumpfte dieser Wert auf 1,3 Jahre, und im Median dauerte der Übergang in die äußere Dentinhälfte 3,1 Jahre. In Raten ausgedrückt: 3,9 neue Läsionen je 100 Flächenjahre für den ersten Schritt, 5,4 für den zweiten und 20,3 für den dritten. Daraus folgen zwei Dinge. Erstens: Solange die Läsion im Schmelz liegt, ist Zeit — genug Zeit, um mit Fluorid, Belagkontrolle und veränderten Zwischenmahlzeiten etwas zu erreichen und den Befund in einem halben Jahr erneut anzusehen. Zweitens: Sobald sie die Schmelz-Dentin-Grenze durchbricht, vervierfacht sich das Tempo nahezu — von 5,4 auf 20,3 Übergänge je 100 Flächenjahre —, und Abwarten kostet Zahnsubstanz. Diese Zahlen stammen aus einer Gruppe von Jugendlichen und jungen Erwachsenen mit niedriger Kariesaktivität. Bei hoher Kariesaktivität geht es schneller — in derselben Untersuchung hatten Elf- bis Zwölfjährige mit mehr als einer bereits betroffenen Zahnzwischenfläche ein 2,5-fach höheres Risiko für neue Schmelzläsionen als Gleichaltrige ohne. Deshalb legt die Praxis den Kontrollabstand nach dem Befund fest und nicht nach einer Faustregel.
Ab wann wird gebohrt — und wann nicht

Ab wann wird gebohrt — und wann nicht

Das ist die Frage, die diese Seite als einzige im Cluster beantworten soll, und sie hat eine Antwort, die auf einem internationalen Konsens beruht. Die International Caries Consensus Collaboration hat 2016 Empfehlungen zur Entfernung kariösen Gewebes veröffentlicht, die 18 Autorinnen und Autoren gemeinsam verantworten. Ihr Grundsatz lautet, dass eine restaurative Behandlung erst dann angezeigt ist, wenn eine kavitierte Läsion nicht mehr sauber zu halten oder nicht mehr zu versiegeln ist. Solange die Oberfläche geschlossen ist, wird der Prozess über den Biofilm kontrolliert, nicht über den Bohrer. Für nicht kavitierte Läsionen zwischen den Zähnen ist das auch in Zahlen belegt: In einer Cochrane-Übersicht aus acht randomisierten Studien senkte das Versiegeln oder Infiltrieren solcher Läsionen die Chance auf ein Fortschreiten auf 0,24 gegenüber nicht-invasiver Behandlung wie Fluoridlack oder Zahnseide-Beratung; ausgewertet wurden 602 Läsionen aus sieben Studien, die Evidenzqualität wurde als moderat eingestuft, unerwünschte Ereignisse wurden in den vier Studien, die danach fragten, nicht berichtet. Das ist das Verfahren, das viele als Behandlung ohne Bohren kennen; auf dieser Website hat es eine eigene Seite. Ist die Läsion kavitiert, wird gefüllt — aber auch dann wird nicht alles entfernt, was verfärbt ist. Der Konsens formuliert es so: Kariöses Gewebe wird ausschließlich entfernt, um die Voraussetzungen für eine dauerhafte Restauration zu schaffen; bakteriell besiedeltes oder entkalktes Gewebe nahe der Pulpa muss nicht entfernt werden. Praktisch heißt das: Bei flachen und mittleren Kavitäten wird bis auf festes Dentin exkaviert, bei tiefen Kavitäten wird pulpanah weiches Dentin bewusst belassen, um den Zahnnerv nicht zu eröffnen. Die schrittweise Exkavation, bei der in zwei Sitzungen gearbeitet wird, bleibt bei bleibenden Zähnen eine Möglichkeit. Auch das ist nicht nur Meinung. Eine Cochrane-Übersicht mit 27 Studien, 3.350 Teilnehmenden und 4.195 Zähnen hat die Verfahren verglichen. Bei tiefen Läsionen an bleibenden Zähnen war die Chance auf einen Misserfolg — zusammengefasst aus Pulpaeröffnung, Wurzelbehandlung, Zahnverlust und Restaurationsproblemen — bei vollständiger Entfernung mehr als doppelt so hoch wie bei schrittweiser Entfernung, mit einem Odds Ratio von 2,06 und moderater Evidenzsicherheit. Die selektive Entfernung schnitt noch einmal besser ab als die schrittweise. In der Netzwerk-Metaanalyse für tiefe Läsionen war die Misserfolgswahrscheinlichkeit für die vollständige Entfernung am höchsten. Die Autoren weisen zugleich auf das hohe Verzerrungsrisiko der Einzelstudien und die kleinen Fallzahlen hin. Für Sie bedeutet das zusammengefasst: Weniger Bohren ist nach heutigem Stand nicht der Kompromiss, sondern das Verfahren mit den besseren Ergebnissen. Ob es im Einzelfall infrage kommt, hängt vom Stadium, von der Lage und vom Zustand des Zahnnervs ab und wird nach der Untersuchung besprochen.
Karies Behandlung Berlin

Karies behandeln in Berlin: unser Vorgehen

Wunschlachen behandelt an vier Standorten in Berlin: in Reinickendorf in der Gotthardstraße, in Schöneberg am Bayerischen Platz, in Berlin-Mitte in der Friedrichstraße und in Charlottenburg am Savignyplatz. Alle vier führen allgemeine Zahnmedizin und Chirurgie; an zwei dieser Standorte, in Reinickendorf und in Schöneberg, gibt es zusätzlich einen eigenen Bereich für Kieferorthopädie und Kinderzahnmedizin. Der Ablauf einer Kariesbehandlung folgt in allen Praxen demselben Weg. Zuerst wird der Befund erhoben: Untersuchung an gereinigten und getrockneten Zähnen, bei Bedarf eine Röntgenaufnahme für die Zahnzwischenräume und für Bereiche unter vorhandenen Füllungen. Danach steht fest, in welchem Stadium die Läsion ist und ob sie aktiv ist. Welche Möglichkeiten daraus folgen, besprechen wir mit Ihnen: Fluorid und die Kontrolle der Stellen, an denen der Belag liegen bleibt, gegebenenfalls eine Versiegelung oder eine Kariesinfiltration, ein fester Kontrolltermin, an dem der Befund erneut beurteilt wird — oder eine Füllung. Ist die Läsion kavitiert, wird das kariöse Gewebe in dem Umfang entfernt, den der Befund verlangt, und der Zahn mit einem zahnfarbenen Material wiederhergestellt. Welche Materialien dabei infrage kommen, was die Kasse trägt und wo Mehrkosten entstehen, steht im nächsten Abschnitt und ausführlich auf unseren Seiten zu Füllungstherapien. Ist so viel Zahnsubstanz verloren, dass eine Füllung den Zahn nicht mehr stabil trägt, kommen Inlay, Teilkrone oder Krone infrage; hat die Entzündung den Zahnnerv erreicht, wird über eine Wurzelbehandlung gesprochen. Für diese Fälle gibt es auf dieser Website eigene Seiten zu fortgeschrittener Karies, zu Inlays und zur Wurzelbehandlung.

Was eine Kariesbehandlung kostet — und was die Kasse zahlt

Für gesetzlich Versicherte ist eine Füllung, die den Defekt versorgt, eine Sachleistung: Sie zahlen dafür nichts. Die Krankenkasse vergütet der Praxis in Berlin für eine einflächige Füllung 44,14 Euro, für eine zweiflächige 54,85 Euro, für eine dreiflächige 70,90 Euro und für eine größere 84,28 Euro. Diese Beträge ergeben sich aus dem einheitlichen Bewertungsmaßstab für zahnärztliche Leistungen und dem Berliner Punktwert der Ersatzkassen; sie stehen hier, weil die Aussage, dass die Kasse zahlt, sonst eine Behauptung bleibt. Welches Material dabei abgedeckt ist, regelt der Bewertungsmaßstab ausdrücklich: Im Frontzahnbereich sind adhäsiv befestigte Füllungen Bestandteil der vertragszahnärztlichen Versorgung, im Seitenzahnbereich selbstadhäsive Materialien und im Ausnahmefall Bulkfill-Komposite. Über die Regelversorgung hinaus gehen ausdrücklich Füllungen in Mehrfarbentechnik zur ästhetischen Optimierung, nicht erfasste adhäsiv befestigte Füllungen im Seitenzahnbereich, Einlagefüllungen und Goldhämmerfüllungen. Wählen Sie eine solche darüber hinausgehende Versorgung, tragen Sie die Mehrkosten selbst; die Kasse rechnet dann die vergleichbare preisgünstigste plastische Füllung als Sachleistung ab. Darüber muss vor Beginn der Behandlung eine schriftliche Vereinbarung getroffen werden — das ist keine Formalie, sondern gesetzlich vorgeschrieben. Und eine Einschränkung, die selten genannt wird: Die Mehrkostenregelung gilt nicht, wenn eine intakte plastische Füllung ausgetauscht wird. Auch die Kontrolluntersuchung und die Bissflügelaufnahme zur Kariesfrüherkennung sind Kassenleistungen. Die Untersuchung ist einmal je Kalenderhalbjahr abrechenbar, frühestens vier Monate nach der letzten; die Kasse vergütet dafür 24,08 Euro, für bis zu zwei Bissflügelaufnahmen 16,05 Euro. Privat versichert oder als Selbstzahler rechnet sich derselbe Zahn anders. Grundlage ist die Gebührenordnung für Zahnärzte, und der Preis entsteht aus drei Größen: der festen Punktzahl der Gebührenposition, dem gesetzlich festgelegten Punktwert von 5,62421 Cent und dem Steigerungssatz. Für eine Kompositfüllung in Adhäsivtechnik führt das Gebührenverzeichnis die Ziffern 2060 bis 2120, gestaffelt nach der Zahl der bearbeiteten Flächen: 527 Punkte einflächig, 556 zweiflächig, 642 dreiflächig und 770 bei mehr als drei Flächen. Zum 2,3-fachen Satz, der laut Gebührenordnung die nach Schwierigkeit und Zeitaufwand durchschnittliche Leistung abbildet, sind das 68,17 Euro, 71,92 Euro, 83,05 Euro und 99,60 Euro je Zahn. Dazu können je nach Fall Untersuchung, Betäubung, Trockenlegung und eine spätere Kontrollsitzung kommen. Was in Ihrem Fall angesetzt wird, hängt vom Befund ab und steht in Ihrem Heil- und Kostenplan. Die voraussichtlichen Kosten erhalten Sie vor Behandlungsbeginn in Textform; dazu ist eine Praxis verpflichtet, wenn die Kostenübernahme durch einen Dritten nicht gesichert ist.

Der Gebührenrahmen: 2,3-fach, 3,5-fach — und was darüber möglich ist

Wie hoch der Steigerungssatz ausfällt, ist der einzige bewegliche Teil der Rechnung; Punktzahl und Punktwert stehen fest. Die Gebührenordnung steckt den Rahmen ab: Die Höhe der einzelnen Gebühr bemisst sich nach dem Einfachen bis zum Dreieinhalbfachen des Gebührensatzes. Innerhalb dieses Rahmens ist die Gebühr nach billigem Ermessen zu bestimmen, unter Berücksichtigung der Schwierigkeit und des Zeitaufwandes der einzelnen Leistung sowie der Umstände bei der Ausführung; die Schwierigkeit kann dabei auch durch die Schwierigkeit des Krankheitsfalles begründet sein. Der 2,3-fache Satz bildet die durchschnittliche Leistung ab — er ist der Regelfall, und die Beträge auf dieser Seite sind, wo nichts anderes angegeben ist, mit ihm gerechnet. Ein Satz darüber ist nur zulässig, wenn Besonderheiten dieser Bemessungskriterien ihn rechtfertigen, und er ist auf der Rechnung für die einzelne Leistung verständlich und nachvollziehbar schriftlich zu begründen. Die Vorschrift wirkt in beide Richtungen: Leistungen mit unterdurchschnittlichem Schwierigkeitsgrad oder Zeitaufwand sind mit einem niedrigeren Gebührensatz zu berechnen. In Zahlen heißt das für die einflächige Kompositfüllung nach Ziffer 2060: 29,64 Euro am unteren Rand, 68,17 Euro zum Regelsatz und 103,74 Euro am oberen Rand des Rahmens. Der 3,5-fache Satz ist die Grenze der Gebührenordnung, aber keine absolute Obergrenze. Zahnarzt und Zahlungspflichtiger können eine davon abweichende Gebührenhöhe vereinbaren. Eine solche Vereinbarung ist an strenge Formvorschriften gebunden: Sie ist nach persönlicher Absprache im Einzelfall und vor Erbringung der Leistung schriftlich zu treffen und muss neben Nummer und Bezeichnung der Leistung den vereinbarten Steigerungssatz, den sich daraus ergebenden Betrag und die Feststellung enthalten, dass eine Erstattung durch Erstattungsstellen möglicherweise nicht in vollem Umfang gewährleistet ist. Weitere Erklärungen darf sie nicht enthalten, und Sie erhalten einen Abdruck. Zwei Grenzen gelten dabei ohne Ausnahme. Notfall- und akute Schmerzbehandlungen dürfen nicht von einer solchen Vereinbarung abhängig gemacht werden — eine dringende Behandlung darf also nicht davon abhängen, dass Sie vorher eine Honorarvereinbarung unterschreiben. Und vereinbaren lässt sich allein der Steigerungssatz: Eine abweichende Punktzahl oder ein abweichender Punktwert sind unzulässig. Ohne eine schriftliche Vereinbarung bleibt es beim 3,5-fachen Satz als Höchstwert. Für unsere Praxis gilt: Wir rechnen nach dem Aufwand innerhalb dieses Rahmens ab. Bei sehr hohem Aufwand kann auch ein Satz oberhalb des 3,5-fachen vereinbart werden — dann ausschließlich schriftlich und vor der Behandlung. Bei Notfall- und akuten Schmerzbehandlungen machen wir eine solche Vereinbarung nicht zur Bedingung.

Karies vorbeugen: was nachweislich wirkt

Die folgenden Punkte stammen aus der S3-Leitlinie zur Kariesprävention bei bleibenden Zähnen in der Fassung vom 28. Januar 2025. S3 ist die höchste Entwicklungsstufe einer medizinischen Leitlinie in Deutschland. In Klammern steht jeweils, wie stark die Leitlinie die Maßnahme empfiehlt und wie einig sich die Fachgesellschaften darüber waren — Empfehlungsgrad A bedeutet soll, Empfehlungsgrad B bedeutet sollte. Wir nennen das mit, weil sich die Frage, was wirklich gegen Karies hilft, sonst nicht von Werbung unterscheiden lässt. Wie Zahnreinigung, Fluoridierung und Prophylaxe bei uns konkret ablaufen, steht auf unserer Prophylaxe-Seite.
Zweimal täglich mit fluoridhaltiger Zahnpasta putzen
Die Leitlinie empfiehlt mindestens 1.000 ppm Fluorid ab dem Durchbruch der bleibenden Zähne — Empfehlungsgrad A, starker Konsens, Abstimmung 14 zu 0. Sie hält ausdrücklich fest, dass die Wirkung mit der Putzfrequenz von einmal auf zweimal täglich und mit der Fluoridkonzentration zunimmt. Für Milchzähne gelten eigene Mengenangaben; sprechen Sie das bitte in der Praxis an, statt sich auf eine Zahl aus dem Netz zu verlassen.
Mindestens zwei Minuten putzen
Empfehlungsgrad B, Abstimmung 13 zu 0. Die Zahl dahinter: Einminütiges Putzen senkte die Plaquewerte in einer Auswertung um durchschnittlich 27 Prozent, zweiminütiges um 41 Prozent. Über zwei bis drei Minuten hinaus brachte längeres Putzen keine weitere Verbesserung — es ist also keine Frage der Ausdauer, sondern der zwei Minuten.
Die Systematik ist wichtiger als die Technik
Die Leitlinie stellt fest, dass bisher keine Zahnputztechnik einer anderen überlegen ist, und empfiehlt stattdessen eine individuell geeignete Reihenfolge, damit alle Flächen erreicht werden — Empfehlungsgrad B, Abstimmung 13 zu 0. In Beobachtungsstudien erreichten 10 bis 20 Prozent der Untersuchten die Innenflächen gar nicht oder nur unzureichend.
Zahnzwischenräume mehrmals wöchentlich reinigen
Empfehlungsgrad B, Abstimmung 14 zu 0. Die Leitlinie formuliert bewusst vorsichtig, dass eine kariesschützende Wirkung biologisch plausibel ist, und ergänzt: Interdentalbürsten sind möglicherweise wirksamer als Zahnseide; für Zahnputzstäbchen und Mundduschen ist die Beleglage dünn und widersprüchlich. Da Karies zwischen den Zähnen zu den häufigsten Lokalisationen gehört, ist das der Punkt mit dem größten Hebel.
Zucker seltener, nicht nur weniger
Vier Empfehlungen der stärksten Stufe: freie Zucker reduzieren, zuckerhaltige Zwischenmahlzeiten vermeiden, Getränke mit Zuckerzusatz vermeiden und nach dem abendlichen Zähneputzen nichts Gesüßtes mehr. Für gesüßte Getränke fand eine Übersicht über 38 Studien einen Dosis-Wirkungs-Zusammenhang mit hoher Evidenz.
Fluoridlack beim Zahnarzt
Bei Kindern und Jugendlichen mindestens zweimal jährlich, bei stark erhöhtem Kariesrisiko in der Regel viermal — Empfehlungsgrad A, Abstimmung 10 zu 0. Für Kinder und Jugendliche zwischen 6 und 17 Jahren ist die lokale Fluoridierung eine Leistung der gesetzlichen Krankenkasse, einmal je Kalenderhalbjahr, bei hohem Kariesrisiko zweimal je Halbjahr. Seit 2024 empfiehlt die Leitlinie den Fluoridlack auch für Erwachsene, wenn ein erhöhtes Risiko für Wurzelkaries besteht.
Fissuren versiegeln lassen
Tiefe Fissuren an den Backenzähnen sind eine der Hauptstellen, an denen Karies beginnt. Bei Kindern und Jugendlichen ist die Versiegelung der bleibenden Molaren an den Zähnen 6 und 7 eine Kassenleistung. Die S3-Leitlinie zur Versiegelung verlangt davor ausdrücklich eine klinische Untersuchung an gereinigten und getrockneten Zähnen und rät von routinemäßigen Röntgenaufnahmen im Vorfeld ab.
Zuckerfreier Kaugummi nach den Mahlzeiten
Die schwächste Empfehlung dieser Liste, aber sie steht drin: Regelmäßiges Kauen zuckerfreien Kaugummis kann zusätzlich zur Kariesprophylaxe beitragen und kann deshalb insbesondere nach den Mahlzeiten empfohlen werden — konsensbasiert, starker Konsens, Abstimmung 11 zu 0. Es ersetzt nichts, es ergänzt.
Karies bei Kindern

Karies bei Kindern: was die Kasse trägt und ab wann

Milchzähne sind kleiner, ihr Schmelz ist dünner, und Karies erreicht dort schneller das Dentin. Deshalb beginnt die Vorsorge früh und ist in Deutschland als Leistung der gesetzlichen Krankenkasse geregelt. Vom sechsten bis zum vollendeten 33. Lebensmonat gibt es drei zahnärztliche Früherkennungsuntersuchungen mit einem Mindestabstand von vier Monaten; sie umfassen die Inspektion der Mundhöhle, eine Anamnese zum Ernährungsverhalten und die Beratung der Eltern. Vom vollendeten sechsten bis zum vollendeten 18. Lebensjahr folgt die Individualprophylaxe: Mundhygienestatus, Mundgesundheitsaufklärung mit praktischer Übung der Putztechnik einschließlich der Zahnzwischenräume, lokale Fluoridierung und die Versiegelung kariesfreier Fissuren an den bleibenden Backenzähnen 6 und 7. Die Fluoridierung ist einmal je Kalenderhalbjahr abrechenbar, bei hohem Kariesrisiko zweimal je Halbjahr. Das Versiegelungsmaterial ist dabei mit abgegolten. Für Eltern sind zwei Punkte wichtig. Erstens: Milchzähne werden behandelt und nicht abgewartet. Sie halten den Platz für die bleibenden Zähne, und ein früher Verlust kann Fehlstellungen begünstigen. Zweitens: Karieserfahrung ist ungleich verteilt. Nach der Sechsten Deutschen Mundgesundheitsstudie sind 78 Prozent der Zwölfjährigen kariesfrei, aber 22,4 Prozent der Zwölfjährigen tragen die gesamte Karieserfahrung ihrer Altersgruppe — mit im Schnitt 2,4 betroffenen Zähnen. Bei den Acht- bis Neunjährigen sind es 40,1 Prozent der Kinder mit im Schnitt 3,5 Zähnen. Wer zu dieser Gruppe gehört, braucht kürzere Kontrollabstände und die häufigere Fluoridierung, die der Leistungskatalog dafür ausdrücklich vorsieht. Kinderzahnmedizin bieten wir in Berlin an den Standorten Reinickendorf und Schöneberg an.
Behandlungsablauf Wunschlachen

Ihr Termin: Ablauf, Betäubung und was Sie mitbestimmen

Ein Kariestermin beginnt mit der Untersuchung und der Besprechung des Befundes, nicht mit dem Bohrer. Sie erfahren, in welchem Stadium die Läsion ist, ob sie aktiv erscheint, welche Möglichkeiten es gibt und was jede davon bedeutet — auch die Möglichkeit, zunächst nichts zu tun und in einem festgelegten Abstand nachzusehen. Für eine Füllung wird das kariöse Gewebe in dem Umfang entfernt, den der Befund verlangt, der Zahn trockengelegt, das Material in Schichten eingebracht und ausgehärtet, die Form ausgearbeitet und der Biss kontrolliert. Bei größeren Restaurationen kann eine kurze Kontrollsitzung zum Nachpolieren sinnvoll sein. Eine Zusage auf Schmerzfreiheit gehört allerdings nicht dazu: Eine örtliche Betäubung wirkt zuverlässig, aber nicht bei jedem Menschen und bei jedem Befund gleich, und wer etwas anderes verspricht, verspricht zu viel. Nach der Behandlung besprechen wir, was den Befund ausgelöst hat und in welchem Abstand die nächste Kontrolle sinnvoll ist. Für gesetzlich Versicherte ist die eingehende Untersuchung einmal je Kalenderhalbjahr eine Kassenleistung. Für den Bonus beim Zahnersatz genügt bei Erwachsenen dagegen ein Eintrag je Kalenderjahr: Nach fünf lückenlosen Jahren steigt der Festzuschuss von 60 auf 70 Prozent, nach zehn Jahren auf 75 Prozent. Bei Kindern und Jugendlichen bis 18 Jahre zählt für den Bonus jedes Kalenderhalbjahr.

Häufige Fragen zu Karies

Das kommt auf das Stadium an, und die pauschale Antwort nein ist zu kurz. Solange die Schmelzoberfläche geschlossen ist, kann sich eine Entkalkung zurückbilden — mit Fluorid, veränderten Zwischenmahlzeiten und konsequenter Belagentfernung. In einer Cochrane-Übersicht senkte zusätzliches Versiegeln oder Infiltrieren solcher Läsionen die Chance auf ein Fortschreiten auf 0,24. Ist die Oberfläche eingebrochen, wächst kein Zahnschmelz nach; dann wird der Defekt mit einer Füllung wiederhergestellt. Die Erkrankung selbst lässt sich in beiden Fällen nur über die Ursachen kontrollieren.
Ja, aber nur bis zu einer bestimmten Grenze — und die ist nicht das Alter der Karies, sondern die Kavitation. Ohne Einbruch der Oberfläche lässt sich der Prozess anhalten. Die schwedische Langzeitkohorte zeigt, wie viel Zeit dafür bleibt: Von den Flächen mit einer Schmelzläsion erreichten 75 Prozent innerhalb von 4,8 Jahren nicht die äußere Dentinhälfte. War die Schmelz-Dentin-Grenze durchbrochen, waren es nur noch 1,3 Jahre. Nach der Kavitation ist stoppen nicht mehr das Ziel, sondern den Zahn stabil wiederherzustellen.
Nein, und das ist der Grund für Kontrolluntersuchungen. Im Zahnschmelz liegen keine Nerven; eine Läsion dort verursacht keine Beschwerden. Schmerzempfindlichkeit auf Süßes und Kaltes tritt in der Regel erst auf, wenn die Läsion das Dentin erreicht hat. Schmerz sagt außerdem nichts über die Größe des Defekts: Ein kleiner Defekt an der richtigen Stelle kann heftig ziehen, ein großer an einem Zahn mit abgestorbenem Nerv gar nicht.
Nur begrenzt. Frühe Stadien sind ohne Trocknung des Zahns oft nicht sichtbar, und Karies zwischen den Zähnen ist es fast nie. Anzeichen, die Sie zum Nachfragen bringen sollten: eine weiße oder bräunliche Stelle, ein dunkler Schatten unter der Kaufläche, eine raue Kante, an der die Zunge hängen bleibt, Speisereste, die immer an derselben Stelle stecken, oder eine neue Empfindlichkeit auf Süßes. Ob eine dunkle Stelle Karies ist oder eine harmlose Verfärbung, lässt sich mit bloßem Auge oft nicht entscheiden.
Für gesetzlich Versicherte ist die eingehende Untersuchung einmal je Kalenderhalbjahr abrechenbar, frühestens vier Monate nach der letzten. Für den Bonus beim Zahnersatz genügt Erwachsenen nach dem Gesetz ein Eintrag je Kalenderjahr; nach fünf lückenlosen Jahren steigt der Festzuschuss von 60 auf 70 Prozent, nach zehn Jahren auf 75. Der medizinisch sinnvolle Abstand richtet sich nach Ihrem Befund: Wer bereits Karieserfahrung hat, trägt ein deutlich höheres Risiko für neue Läsionen und braucht kürzere Abstände.
Bei nicht kavitierten Läsionen ja. Dafür gibt es mikroinvasive Verfahren — die Läsion wird versiegelt oder mit einem dünnflüssigen Kunststoff infiltriert. In einer Cochrane-Übersicht über sieben Studien mit 602 Läsionen senkte das die Chance auf ein Fortschreiten auf 0,24 gegenüber Fluoridlack oder reiner Beratung, bei moderater Evidenzqualität und ohne berichtete unerwünschte Ereignisse. Ist die Oberfläche eingebrochen, ist eine Füllung nötig — dann wird aber nicht mehr Gewebe entfernt als nötig. Zur Kariesinfiltration gibt es auf dieser Website eine eigene Seite.
Nein. Der internationale Fachkonsens von 2016 hält ausdrücklich fest, dass kariöses Gewebe nur entfernt wird, um die Voraussetzungen für eine dauerhafte Restauration zu schaffen, und dass bakteriell besiedeltes oder entkalktes Gewebe nahe der Pulpa nicht entfernt werden muss. Bei tiefen Kavitäten wird pulpanah bewusst weiches Dentin belassen, um den Zahnnerv nicht zu eröffnen. In einer Cochrane-Übersicht mit 27 Studien war die Chance auf einen Misserfolg bei vollständiger Entfernung an tiefen Läsionen bleibender Zähne mehr als doppelt so hoch wie bei schrittweiser Entfernung.
Für gesetzlich Versicherte kostet die Füllung, die den Defekt versorgt, nichts; die Kasse vergütet der Praxis in Berlin je nach Zahl der bearbeiteten Flächen zwischen 44,14 und 84,28 Euro. Mehrkosten entstehen nur, wenn Sie eine über die Regelversorgung hinausgehende Versorgung wählen — darüber ist vor der Behandlung eine schriftliche Vereinbarung zu treffen. Privat wird nach der Gebührenordnung für Zahnärzte abgerechnet: für eine einflächige Kompositfüllung 68,17 Euro zum 2,3-fachen Regelsatz, für mehr Flächen 71,92, 83,05 und 99,60 Euro, jeweils zuzüglich Untersuchung, Betäubung und weiterer erbrachter Leistungen.
Ja, Füllungen zur Versorgung eines Defekts sind Sachleistung. Der Bewertungsmaßstab regelt dabei ausdrücklich, was abgedeckt ist: im Frontzahnbereich adhäsiv befestigte Füllungen, im Seitenzahnbereich selbstadhäsive Materialien und im Ausnahmefall Bulkfill-Komposite. Nicht abgedeckt sind unter anderem Füllungen in Mehrfarbentechnik zur ästhetischen Optimierung, Einlagefüllungen und Goldhämmerfüllungen. Auch die Kontrolluntersuchung und die Bissflügelaufnahme zur Kariesfrüherkennung sind Kassenleistungen.
Weil Karies zwischen den Zähnen und unter einer scheinbar geschlossenen Kaufläche mit bloßem Auge nicht erkennbar ist. Die Bissflügelaufnahme ist dafür laut aktueller S3-Leitlinie im Milch- wie im bleibenden Gebiss die ergänzende Methode der Wahl. Sie ist kein perfektes Werkzeug: Ihre Sensitivität liegt bei etwa 0,40 bis 0,50, die Spezifität bei 0,80 bis 0,90 — was sie zeigt, ist meist Karies, aber ein unauffälliges Bild schließt eine frühe Läsion nicht aus. Jede Aufnahme braucht eine rechtfertigende Indikation im Einzelfall.
Die beteiligten Bakterien lassen sich übertragen, etwa über gemeinsam benutztes Besteck oder einen abgeleckten Schnuller. Daraus wird aber nur dann Karies, wenn die übrigen Bedingungen dazukommen: häufige Zuckerzufuhr, ungestörter Belag und Zeit. Die Übertragung allein erklärt keine Karies — deshalb ist die wirksamste Maßnahme in einer Familie nicht das Vermeiden gemeinsamen Bestecks, sondern die Zahnpflege und die Zahl der zuckerhaltigen Zwischenmahlzeiten.
Dafür gibt es mehrere belegte Gründe. Karies entsteht dort, wo die Bürste nicht hinkommt — in den Zahnzwischenräumen, in tiefen Fissuren und an Rändern vorhandener Füllungen. Sie hängt außerdem nicht an der Menge des Zuckers, sondern an der Häufigkeit der Säureangriffe. Und es gibt Umstände, die den Schutz herabsetzen, ohne dass Sie etwas falsch machen: zu wenig Speichel, häufig durch Medikamente verursacht, freiliegende Zahnhälse, feste Zahnspangen. Deshalb gehört zur Untersuchung die Frage nach Medikamenten und Gewohnheiten und nicht nur der Blick in den Mund.

Das sagen unsere Patienten

Ich habe mein erstes Implantat bekommen. Die Behandlung war absolut schmerzfrei und ich wurde super gut behandelt. Der Doktor und das Team nehmen sich Zeit und erklären alles was sie machen. Ich habe mich sehr gut aufgehoben gefühlt und kann diese Praxis wärmstens weiterempfehlen. Vielen lieben Dank!

Busta MoveBewertet auf Google

Ich bin seit 2020 Patient. Meine Anliegen konnte ich sehr gut mit Herrn Paetz und dem Team besprechen und meine Fragen konnten beantwortet werden. Handwerklich wahrscheinlich einer der besten Praxen Berlins.

Bartek StawiszynskiBewertet auf Google

Ich, als absoluter Angst Patient muss sagen, tolles Team. Sehr schnell ein Termin bekommen, mein Zahn Problem, war in kürzester Zeit vorbei und mit der Lachgas Therapie war es erträglich.

Dave WBewertet auf Google

Ich hatte eine Prophylaxe bei Frau Kern. Als Angstpatientin fühlte ich mich sehr gut aufgehoben. Absolut kompetent, empathisch und behutsam. Die Praxis ist perfekt für Angstpatienten.

Nina IffländerBewertet auf Google

Ich bin die klassische Angstpatientin und diese Praxis hat es geschafft, mich etwas aus meinem Trauma herauszuholen. Die Schwestern sind so bemüht und die Ärztinnen super einfühlsam.

Saskia ReicheBewertet auf Google

Sehr freundlicher Tresen, keine Wartezeit und äußerst kompetente Zahnärztin. Vor allem habe ich geschätzt, dass mir keine Behandlung aufgedrängt wurde. Ich bin begeistert!

Andrea GerischerBewertet auf Google

Termin zur Kariesuntersuchung vereinbaren

Wir sehen uns Ihre Zähne an gereinigten und getrockneten Flächen an, ergänzen bei Bedarf eine Röntgenaufnahme und besprechen mit Ihnen, in welchem Stadium ein Befund ist und welche Möglichkeiten es gibt. Wenn eine Behandlung nötig ist, erfahren Sie vorher, was sie umfasst und was sie kostet.

Medizinisch geprüft von Martin Paetz, Leitender Zahnarzt mit dem Schwerpunkt Chirurgie & Gründer von Wunschlachen — geprüft am 20.08.2026

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