Kieferhöhlenentzündung – Ursachen, Symptome und Behandlung
Eine Kieferhöhlenentzündung (medizinisch: Sinusitis maxillaris) ist eine Entzündung der Schleimhaut in den Kieferhöhlen. Diese Hohlräume liegen links und rechts neben der Nase und stehen in direkter Verbindung zum oberen Zahnbereich. Dadurch können sowohl zahnärztliche Probleme als auch Erkrankungen der Nasennebenhöhlen eine Rolle bei der Entstehung spielen.
Viele Patienten stellen sich die Frage, an welchen Arzt sie sich wenden können. Grundsätzlich sind sowohl HNO-Ärzte als auch Zahnärzte die richtigen Ansprechpartner. Wenn die Ursache in den Zähnen liegt, ist ein Zahnarztbesuch unverzichtbar.
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Ursachen einer Kieferhöhlenentzündung
Die häufigste Ursache ist eine bakterielle oder virale Infektion. In der Regel bereitet sich diese von der Nase oder dem Rachenbereich auf die Kieferhöhlen aus. Besonders problematisch wird es, wenn die Entzündung nach einem zahnärztlichen Eingriff entsteht.
Kieferhöhlenentzündung nach Zahn-OP tritt vor allem nach Zahnextraktionen im Oberkiefer auf. Beispielsweise beim Entfernen von Weisheitszähnen oder Implantationen. Durch die Nähe von Zahnwurzel und Kieferhöhle können sich Bakterien aus dem Mundraum in die Kieferhöhle ausbreiten.
Eine weitere Ursache ist eine Kieferhöhlenentzündung durch Zahn. Das kann passieren, wenn die Entzündung bis an die Wurzel reicht. Von der Wurzel aus kann die Infektion auf die Kieferhöhle übertreten. Ebenso können undichte Wurzelfüllungen oder Implantatkomplikationen die Auslöser sein.

Typische Symptome einer Kieferhöhlenentzündung
Kieferhöhlenentzündung Symptome sind vielfältig und können je nach Verlauf stark variieren. Typisch sind ein dumpfer Druck oder Schmerz im Wangenbereich, der sich beim Bücken oder Kauen verstärkt. Viele Patienten klagen zusätzlich über Kopfschmerzen, verstopfte Nase, eitrigen Ausfluss und ein allgemeines Krankheitsgefühl. Bei einer Kieferhöhlenentzündung einseitig tritt der Schmerz meist nur auf einer Gesichtshälfte auf.
Bleibt die Entzündung unbehandelt, kann sie chronisch werden. Eine Kieferhöhlenentzündung chronisch führt oft zu anhaltenden Beschwerden wie Dauerschmerzen, Mundgeruch und wiederkehrenden Infektionen.

Diagnose – Welcher Arzt hilft?
Die Frage nach der Zuständigkeit ist bei der Entzündung berechtigt. Grundsätzlich sind zwei Fachrichtungen beteiligt: HNO-Ärzte und Zahnärzte. Während der HNO-Arzt den allgemeinen Infektionsverlauf und die Nasennebenhöhlen untersucht, prüft der Zahnarzt, ob ein dentaler Ursprung vorliegt. Moderne Röntgenverfahren oder ein digitales 3D-Volumentomogramm (DVT) ermöglichen eine präzise Diagnose.

Kieferhöhlenentzündung Behandlung
Die Behandlung der Entzündung richtet sich nach der Ursache. Bei bakteriellen Infektionen kommen in der Regel Antibiotika zum Einsatz. Bei viralen Infektionen genügen oft abschwellende Nasensprays und Wärme.
Wenn die Entzündung durch einen Zahn verursacht wurde, ist eine zahnärztliche Therapie unerlässlich. Dazu kann eine Wurzelbehandlung, eine Revision oder im schlimmsten Fall die Zahnentfernung notwendig sein.
In manchen Fällen bleibt ein operativer Eingriff nicht aus. Eine Kieferhöhlenentzündung OP wird vor allem dann erforderlich, wenn Eiterherde entfernt oder die Kieferhöhle chirurgisch eröffnet werden müssen.

Kieferhöhlenentzündung durch Zahn-OP – was tun?
Die Entzündung kann nach einer OP auftreten, wenn sich die Wunde infiziert oder eine Verbindung zwischen Mundhöhle und Kieferhöhle entsteht (Mund-Antrum-Verbindung). In solchen Fällen ist schnelles Handeln gefragt. Der Zahnarzt verschließt die Verbindung und behandelt die Infektion mit Medikamenten, um Komplikationen zu vermeiden.

Vorbeugung und Tipps
Wer häufig unter Nasennebenhöhlenentzündungen leidet oder bereits eine Entzündung in den Kieferhöhlen hatte, sollte vorbeugende Maßnahmen ergreifen. Dazu gehören eine gute Mundhygiene, die rechtzeitige Behandlung von Zahnproblemen und das Vermeiden unnötiger Druckbelastungen im Kopfbereich. Zum Beispiel bei Erkältungen oder beim Tauchen.
Erkältung oder Zahn? Woran Sie den Unterschied merken
Beide fühlen sich zunächst ähnlich an: Druck im Oberkiefer, verstopfte Nase, dumpfer Kopfschmerz. Ein paar Anhaltspunkte sprechen aber eher für eine zahnbedingte Ursache.
Kommt der Druck nur auf einer Seite, ist das ein Hinweis. Eine erkältungsbedingte Entzündung betrifft meist beide Kieferhöhlen, eine vom Zahn ausgehende fast immer nur die Seite, auf der der betroffene Zahn sitzt. Auch der Verlauf unterscheidet sich: Nach einem Infekt klingen die Beschwerden in der Regel innerhalb von zwei Wochen ab. Bleiben sie länger oder kommen sie wieder, ohne dass Sie erkältet waren, lohnt der Blick auf die Zähne.
Ein weiteres Zeichen ist der Aufbissschmerz. Wenn ein einzelner Backenzahn im Oberkiefer beim Kauen wehtut oder auf Klopfen empfindlich reagiert, liegt die Ursache oft dort. Manche Patienten berichten außerdem von einem unangenehmen Geschmack oder Geruch — das kann auf eine Verbindung zwischen Zahnwurzel und Kieferhöhle hindeuten.
Sicherheit bringt keine Selbsteinschätzung, sondern ein Röntgenbild. Auf einer Panoramaaufnahme oder einer dreidimensionalen Aufnahme lässt sich erkennen, ob eine Wurzelspitze bis in die Kieferhöhle reicht oder ob dort eine Entzündung sitzt. Diese Abklärung ist auch dann sinnvoll, wenn Sie schon beim HNO-Arzt waren und die Beschwerden trotz Behandlung nicht weggehen.
