Zahnnummern verstehen: Das FDI-Zahnschema einfach erklärt
„Am Zahn eins sechs ist eine Füllung vorgesehen.“ Solche Angaben klingen zunächst wie ein Zahlencode. Gemeint ist eine genaue Position im Gebiss. In Deutschland wird häufig das zweistellige FDI-Schema verwendet. Es hilft dem Behandlungsteam, Befunde und Maßnahmen einem bestimmten Zahn zuzuordnen. Wenn Sie die Nummer verstehen, können Sie im Gespräch gezielter nachfragen. Ob ein Zahn gesund ist oder behandelt werden muss, lässt sich aus seiner Nummer allein nicht erkennen.
Zwei Ziffern mit verschiedenen Aufgaben
Die erste Ziffer beschreibt den Gebissbereich, auch Quadrant genannt. Die zweite gibt die Zahnposition an, von der Mitte nach hinten gezählt. Die Zahlen werden getrennt gesprochen, beispielsweise „eins sechs“. Es geht um einen Code, nicht um die Zahl sechzehn als Anzahl von Zähnen. Das zweistellige Bezeichnungssystem ist auch Gegenstand der Norm ISO 3950.
Für die Orientierung sind rechts und links aus Ihrer eigenen Sicht gemeint. Wenn die Zahnärztin vor Ihnen steht oder Sie eine Zeichnung wie das Gebiss eines Gegenübers betrachten, erscheinen die Seiten spiegelverkehrt. Fragen Sie bei Unklarheit: „Ist meine rechte oder meine linke Seite gemeint?“ Diese kurze Rückfrage verhindert Missverständnisse besser als ein Versuch, die Darstellung auswendig zu merken.
Die vier Bereiche der bleibenden Zähne
Bei bleibenden Zähnen steht 1 für oben rechts, 2 für oben links, 3 für unten links und 4 für unten rechts. Danach folgt die Position des Zahns im jeweiligen Bereich. Die Zählung beginnt an der Mittellinie, also bei den vorderen Schneidezähnen. Ein fehlender Zahn führt nicht dazu, dass die anderen neu durchnummeriert werden.
Die zweite Ziffer 1 bezeichnet den mittleren Schneidezahn, 2 den seitlichen Schneidezahn und 3 den Eckzahn. Es folgen die beiden kleinen Backenzähne mit 4 und 5 sowie die großen Backenzähne mit 6 und 7. Die 8 bezeichnet den Weisheitszahn. Nicht jeder Mensch hat alle diese Zähne im Mund; der Code bezeichnet die vorgesehene Position, unabhängig davon, ob der Zahn vorhanden oder durchgebrochen ist.
Beispiele Schritt für Schritt lesen
Zahn 16 liegt oben rechts: Die 1 gibt den Bereich an, die 6 den ersten großen Backenzahn. Zahn 26 ist das entsprechende Gegenstück oben links. Bei Zahn 36 führt die erste Ziffer nach unten links; auch hier ist der erste große Backenzahn gemeint. Zahn 41 ist der mittlere Schneidezahn unten rechts.
Üben Sie die Zuordnung zunächst an einem Beispiel aus Ihren Unterlagen. Trennen Sie die Ziffern und fragen Sie zuerst nach oben oder unten und rechts oder links. Erst danach ordnen Sie die Position im Bereich ein. Sie müssen dafür nicht mit Werkzeug im Mund zählen. Lassen Sie den betreffenden Zahn bei der Untersuchung zeigen, wenn Sie ihn nicht eindeutig erkennen.
Milchzähne haben eigene Bereichsziffern
Bei Milchzähnen werden die Bereiche mit 5 bis 8 bezeichnet: oben rechts 5, oben links 6, unten links 7 und unten rechts 8. Die zweite Ziffer läuft von 1 bis 5. Milchzähne haben keine kleinen Backenzähne; die hinteren Positionen 4 und 5 bezeichnen die beiden Milchbackenzähne. Zahn 51 ist beispielsweise der mittlere Milchschneidezahn oben rechts.
Während des Zahnwechsels können deshalb unterschiedliche Bereichsziffern in einem Befund stehen. Ein Milchzahn und sein bleibender Nachfolger sind verschiedene Zähne und haben verschiedene Codes. Wenn Sie einen Befund für Ihr Kind lesen, fragen Sie ausdrücklich, ob der Milchzahn oder der bleibende Zahn gemeint ist. Der Ratgeber zum Wackelzahn erklärt die Entwicklungsfrage gesondert.
Eine Nummer beschreibt keine Erkrankung
Eine Zahnnummer allein sagt nichts über Karies, Zahnfleisch, Wurzelzustand oder Behandlungsbedarf aus. Zusätzliche Angaben können beispielsweise einen Befund, eine Zahnfläche oder eine geplante Versorgung beschreiben. Welche Bedeutung eine Abkürzung in Ihren Unterlagen hat, sollte das Behandlungsteam erläutern. Raten Sie nicht aus einzelnen Buchstaben auf eine notwendige Therapie.
Im Gespräch können Sie drei Angaben getrennt erfragen: Welcher Zahn ist gemeint? Was wurde dort festgestellt? Welche Maßnahme ist vorgesehen und warum? Bei einem Zahn mit mehreren sichtbaren Versorgungen kann auch die betroffene Fläche wichtig sein. Die allgemeine Erklärung einer Zahnfüllung ersetzt diese persönliche Befundbesprechung nicht.
Andere Unterlagen können anders nummerieren
International werden auch andere Systeme verwendet, etwa die Universal- oder Palmer-Notation. Eine einzelne Zahl in einem ausländischen Bericht muss deshalb nicht dieselbe Position bedeuten wie ein zweistelliger FDI-Code. Eine Übersetzung des Texts allein erklärt das verwendete Schema nicht. Bewahren Sie den Originalbericht zusammen mit Aufnahmen und vorhandenen Erläuterungen auf.
Sagen Sie bei einem Praxiswechsel, aus welchem Land oder welcher Einrichtung die Unterlagen stammen. Bitten Sie darum, das System vor der Zuordnung zu prüfen. Übertragen Sie eine Internettabelle nicht selbst in einen medizinischen Behandlungsplan. Bei einem unklaren Eintrag ist die Rückfrage zur ursprünglichen Dokumentation sinnvoller als die Annahme, es müsse ein Schreibfehler sein.
Schmerzen am Telefon ohne Zahnnummer beschreiben
Für einen Termin müssen Sie keine Nummer kennen. Beschreiben Sie, ob die Beschwerden oben oder unten, rechts oder links, vorne oder hinten liegen. Nennen Sie zusätzlich Beginn, Schwellung, einen Unfall und Einschränkungen beim Essen. Gerade ausstrahlende Schmerzen lassen sich nicht immer einem Zahn zuordnen. Eine Untersuchung ist dafür wichtiger als eine vermeintlich präzise Nummer.
Wenn Sie eine Nummer aus einer früheren Behandlung nennen, sagen Sie, woher Sie sie kennen. Formulieren Sie zum Beispiel: „Dort wurde zuletzt Zahn eins sechs behandelt; jetzt schmerzt die rechte obere Seite.“ Das unterscheidet eine bekannte Dokumentationsangabe von Ihrer aktuellen Wahrnehmung. Fragen Sie beim Termin, ob tatsächlich derselbe Zahn betroffen ist. So kann das Team mit beiden Informationen arbeiten.
Den persönlichen Behandlungsplan nachvollziehen
Nehmen Sie unklare Unterlagen zum Gespräch mit und markieren Sie vorher die Einträge, zu denen Sie Fragen haben. Lassen Sie sich bei mehreren Zähnen die Reihenfolge der Maßnahmen erklären. Ein Plan mit Zahnnummern kann viele Informationen bündeln, bleibt aber erklärungsbedürftig. Die Nummern erleichtern die Zuordnung; sie ersetzen keine Aufklärung über Alternativen, Risiken oder Kosten.
Eine eigene kurze Notiz kann so aussehen: Nummer, gezeigte Stelle, Befund, nächster Schritt. Fragen Sie vor dem Verlassen der Praxis, ob Sie die Angaben richtig verstanden haben. Sie brauchen das gesamte Zahnschema nicht auswendig zu lernen. Entscheidend ist, den betreffenden Zahn und den Zweck seiner Behandlung in Ihren eigenen Worten erklären zu können.
Häufige Fragen
Im FDI-Schema liegt er oben rechts. Die zweite Ziffer 6 bezeichnet den ersten großen Backenzahn. Gesprochen wird die Angabe als „eins sechs“.
Gemeint ist die Seite der behandelten Person. Eine Zeichnung, die Sie wie ein Gegenüber betrachten, kann deshalb spiegelverkehrt wirken. Lassen Sie die Seite bei Unklarheit zeigen.
Nein. Die Position behält ihren Code. Eine Lücke ändert nicht die Nummer der benachbarten Zähne.
Ihre Gebissbereiche werden mit 5 bis 8 statt 1 bis 4 bezeichnet. Dadurch lassen sie sich von bleibenden Zähnen unterscheiden, auch während des Zahnwechsels.
Nein. Sie benennt eine Position. Befund, Untersuchung und Therapieplanung entscheiden über den Behandlungsbedarf.
Nein. Beschreiben Sie Seite, Bereich, Beschwerden und Verlauf. Das Team kann den betroffenen Zahn bei der Untersuchung zuordnen.