Hasenscharte – Ursachen, Behandlung und moderne Therapieansätze
Die Hasenscharte, medizinisch als Lippen-Kiefer-Gaumenspalte (LKG-Spalte) bezeichnet, gehört zu den häufigsten angeborenen Fehlbildungen im Gesichtsbereich. Viele Menschen kennen den Begriff, aber nur wenige wissen, was tatsächlich dahintersteckt. In diesem Artikel erfahren Sie über die LKG-Spalte, die Ursachen und den Ablauf der Behandlung.
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Die kurze Antwort
Die Hasenscharte – medizinisch Lippen-Kiefer-Gaumenspalte (LKG-Spalte) – gehört zu den häufigsten angeborenen Fehlbildungen im Gesichtsbereich. Sie entsteht durch eine Störung der embryonalen Entwicklung mit genetischen und äußeren Einflussfaktoren. Die Behandlung erfolgt in mehreren Schritten: Lippenverschluss meist mit drei bis sechs Monaten, Gaumenverschluss mit 9 bis 18 Monaten, begleitet von Kieferorthopädie und Logopädie.
- Fachbegriff
- Lippen-Kiefer-Gaumenspalte (LKG-Spalte); Ausprägung von reiner Lippenspalte bis kompletter Spalte
- Behandlungsbeginn
- Erste Operation meist im 3.–6. Lebensmonat (Lippe), Gaumenverschluss oft mit 9–18 Monaten
- Langzeitbetreuung
- Interdisziplinär mit Chirurgie, Kieferorthopädie und Logopädie über mehrere Jahre
Ersetzt keine individuelle ärztliche Beratung.

Was ist eine Hasenscharte?
Unter einer Hasenscharte versteht man eine Spaltbildung im Bereich der Oberlippe. Häufig ist auch der Kiefer und in manchen Fällen der Gaumen betroffen. Die medizinische Bezeichnung lautet Lippen-Kiefer-Gaumenspalte.
Dabei wird zwischen unterschiedlichen Formen unterschieden: reine Lippenspalten, Lippen-Kiefer-Spalten oder komplette Lippen-Kiefer-Gaumenspalten. Der Schweregrad variiert von leichten, kaum sichtbaren Veränderungen bis hin zu komplexen Fehlbildungen, die eine mehrstufige Behandlung erfordern.
Eine Hasenscharte kann einseitig oder beidseitig auftreten und betrifft in schweren Fällen die Funktion des Mundraums erheblich. Deshalb ist eine genaue Diagnose unmittelbar nach der Geburt wichtig, um einen individuellen Therapieplan zu erstellen. In vielen Fällen wird bereits während der Schwangerschaft eine Spaltbildung durch die pränatale Diagnostik festgestellt. Dies ermöglicht eine frühzeitige Beratung der Eltern.

Hasenscharte Fachbegriff – warum spricht man von LKG-Spalte?
Der Begriff „Hasenscharte“ ist umgangssprachlich und wird in der Medizin heute kaum noch verwendet. Stattdessen spricht man von der Lippen-Kiefer-Gaumenspalte (LKG-Spalte). Diese Bezeichnung verdeutlicht, welche Strukturen betroffen sind. Für die Behandlung ist die genaue Form und Ausprägung entscheidend, da jeder Fall individuell betrachtet werden muss.

Hasenscharte Ursache – wie entsteht die Fehlbildung?
Die Ursache einer Hasenscharte liegt in einer Störung der embryonalen Entwicklung. Normalerweise verschmelzen während der Schwangerschaft die Anteile von Oberlippe, Kiefer und Gaumen vollständig. Kommt es in dieser Phase zu einer Entwicklungsstörung, entsteht eine Spalte. Die Hasenscharte Ursachen sind vielfältig.
Häufig liegt eine Kombination aus genetischen und äußeren Faktoren vor. Risikofaktoren sind Rauchen, Alkohol, bestimmte Medikamente oder Nährstoffmangel während der Schwangerschaft. Auch ein erhöhter Stresslevel kann eine Rolle spielen. Die Ursache der Lippen-Kiefer-Gaumenspalte ist also multifaktoriell, eine hundertprozentige Vorbeugung ist nicht möglich.

Symptome und Auswirkungen der Hasenscharte
Eine unbehandelte LKG-Spalte führt nicht nur zu einer sichtbaren Veränderung im Gesicht, sondern auch zu funktionellen Einschränkungen. Probleme beim Saugen, Essen, Schlucken und Sprechen sind häufig. Außerdem können Hörstörungen auftreten, da die Gaumenmuskulatur auch für die Belüftung des Mittelohrs wichtig ist.
Zahnfehlstellungen sind ebenfalls eine häufige Folge, weshalb die Behandlung nicht nur chirurgisch, sondern auch kieferorthopädisch erfolgt. Ohne Behandlung kann es zudem zu psychischen Belastungen kommen, da Betroffene häufig unter dem veränderten Erscheinungsbild leiden.

Behandlung – Hasenscharte operieren
Die moderne Medizin bietet hervorragende Möglichkeiten, eine LKG-Spalte zu behandeln. In den meisten Fällen erfolgt die Korrektur in mehreren Schritten. Die erste Operation findet meist im Alter von drei bis sechs Monaten statt, um die Lippe zu schließen.
Später folgt eine Operation des Gaumens, oft im Alter von 9 bis 18 Monaten. Weitere Eingriffe können im Jugendalter notwendig sein, um Zahnstellung, Sprache und Kieferwachstum zu optimieren. Wer eine Hasenscharte operiert bekommen hat, benötigt oft zusätzlich logopädische Therapie und langfristige kieferorthopädische Maßnahmen.
Neben chirurgischen Maßnahmen spielen auch Prothesen und spezielle Gaumenplatten in den ersten Lebensmonaten eine wichtige Rolle. Sie erleichtern das Trinken und helfen, den Gaumen zu formen. Bei ausgeprägten Fehlstellungen kann eine zusätzliche Knochenverlagerung im Kieferbereich erforderlich werden.

LKG-Spalte im Erwachsenenalter – ist eine Korrektur möglich?
Auch wenn die meisten Operationen im Kindesalter durchgeführt werden, gibt es Fälle, in denen Erwachsene eine Korrektur benötigen. Die Gründe können funktionell oder ästhetisch sein.
Eine Lippen-Kiefer-Gaumenspalte bei Erwachsenen zu operieren ist zwar anspruchsvoller, aber moderne chirurgische Techniken machen dies möglich. Damit lassen sich Sprache, Atmung und Zahnausrichtung verbessern – und auch das Selbstbewusstsein wird erheblich gesteigert. In vielen Fällen wird eine Kombination aus Kieferorthopädie und ästhetischer Chirurgie eingesetzt, um ein harmonisches Gesamtbild zu erreichen.
