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Hausmittel gegen Zahnfleischentzündung: Tipps und Tricks

Hausmittel gegen Zahnfleischentzündung: Tipps und Tricks

Zahnfleischentzündungen können äußerst unangenehm sein und betreffen viele Menschen zu irgendeinem Zeitpunkt in ihrem Leben. Sie sind nicht nur schmerzhaft, sondern können auch zu schwerwiegenderen Zahnproblemen führen, wenn sie nicht behandelt werden. Glücklicherweise gibt es eine Reihe von...
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Die kurze Antwort

Eine Gingivitis ist umkehrbar; Hausmittel begleiten dort die Mundhygiene. Ab 4 mm Sondierungstiefe gilt eine Parodontitis als behandlungsbedürftig — der Biofilm sitzt dann unter dem Zahnfleisch.

Parodontitis in Deutschland
95,1 % der 35- bis 44-Jährigen und 85,2 % der 65- bis 74-Jährigen, alle Stadien zusammen; schwere Formen (Stadium III und IV) 17,5 % und 52,7 %
Ab wann eine Parodontitis behandlungsbedürftig ist
Sondierungstiefe von 4 mm oder mehr, zusammen mit einer der in der Richtlinie genannten Diagnosen
Was die Behandlung unter dem Zahnfleisch erreicht
Sondierungstiefe im Mittel minus 1,7 mm nach 6 bis 8 Monaten, im Mittel 74 % geschlossene Taschen, Rückgang der Blutung auf Sondieren um 63 %
Wirkstoffe mit Leitlinien-Empfehlung bei Gingivitis
Starke Empfehlung: ätherische Öle, Chlorhexidin, Triclosan/Copolymer (Evidenzgrad hoch). Empfehlung: Aminfluorid/Zinnfluorid, Cetylpyridiniumchlorid (Evidenzgrad moderat) — jeweils ergänzend zur mechanischen Reinigung
Chlorhexidin allein: nur als Übergang
etwa 2 bis 4 Wochen, Konzentration ≥ 0,1 %, und nur dann, wenn ein mechanisches Biofilmmanagement nicht möglich oder nicht angezeigt ist
Nachsorge nach der Parodontitisbehandlung
UPT-Zeitraum 2 Jahre. Mundhygienekontrolle, Reinigung und, wo nötig, subgingivale Instrumentierung: Grad A bis zu 2-mal, Grad B bis zu 4-mal, Grad C bis zu 6-mal. Messung der Sondierungstiefen gesondert: Grad B 2-mal, Grad C 4-mal. Untersuchung des Parodontalzustands 1-mal

Stand August 2026. Die Angaben ersetzen keine zahnärztliche Untersuchung. Die beiden zitierten S3-Leitlinien (083-016, 083-043) sind über ihre Gültigkeit hinaus und werden derzeit überarbeitet; die PAR-Richtlinie gilt in der Fassung vom 19.12.2024.

Was ist eine Zahnfleischentzündung?

Was ist eine Zahnfleischentzündung?

Eine Zahnfleischentzündung, auch bekannt als Gingivitis, ist eine häufige Erkrankung, bei der das Zahnfleisch rot, geschwollen und empfindlich wird. Diese Entzündung wird oft durch Plaquebildung verursacht, die eine Ansammlung von Bakterien auf den Zähnen und dem Zahnfleisch ist. Unbehandelt kann sie zu Parodontitis führen, einer schwereren Form der Zahnfleischerkrankung, die den Kieferknochen schädigen kann.

Symptome einer Zahnfleischentzündung

Zu den häufigsten Symptomen einer Zahnfleischentzündung gehören:
Rötung und Schwellung des Zahnfleisches
Das Zahnfleisch ist gerötet und geschwollen.
Blutungen
Blutungen beim Zähneputzen oder bei der Verwendung von Zahnseide.
Empfindlichkeit oder Schmerzen
Empfindlichkeit oder Schmerzen im Mund.
Mundgeruch
Mundgeruch.
Hausmittel zur Linderung von Zahnfleischentzündungen

Hausmittel zur Linderung von Zahnfleischentzündungen

Bei einer Zahnfleischentzündung werden zu Hause seit langem verschiedene Mittel angewendet. Wichtig ist, wie sie einzuordnen sind: Keines der folgenden Mittel kommt in den beiden S3-Leitlinien zum häuslichen Biofilmmanagement vor, weder als geprüfte noch als empfohlene Maßnahme. Sie sind damit kein Ersatz für das tägliche Reinigen der Zähne und der Zwischenräume, und sie sind keine Behandlung. Wer sie anwendet, sollte das der Zahnärztin oder dem Zahnarzt beim nächsten Termin sagen — besonders bei ätherischen Ölen und bei allem, was sauer ist.
1. Salzwasserspülungen Salzwasser ist ein einfaches und effektives Hausmittel zur Behandlung von Zahnfleischentzündungen. Es kann helfen, Bakterien zu reduzieren und Entzündungen zu lindern. Anwendung: Mischen Sie einen Teelöffel Salz in einem Glas warmem Wasser und spülen Sie Ihren Mund damit aus. Wiederholen Sie dies zwei- bis dreimal täglich.
2. Teebaumöl Teebaumöl hat natürliche antibakterielle Eigenschaften, die helfen können, die Bakterien im Mund zu reduzieren. Anwendung: Fügen Sie ein paar Tropfen Teebaumöl zu Ihrer Zahnpasta hinzu oder mischen Sie es mit Wasser, um eine Mundspülung herzustellen. Achten Sie darauf, das Öl nicht zu verschlucken.
Weitere Methoden

Weitere Methoden

3. Kamillentee Kamillentee ist bekannt für seine beruhigenden Eigenschaften und kann helfen, Entzündungen im Mund zu reduzieren. Anwendung: Bereiten Sie eine Tasse Kamillentee zu, lassen Sie ihn abkühlen und verwenden Sie ihn als Mundspülung oder trinken Sie ihn, um die Entzündung von innen zu lindern. 4. Kurkuma Kurkuma enthält Curcumin, das entzündungshemmende und antioxidative Eigenschaften besitzt. Anwendung: Mischen Sie Kurkumapulver mit Wasser zu einer Paste und tragen Sie sie auf das entzündete Zahnfleisch auf. Lassen Sie sie einige Minuten einwirken und spülen Sie dann Ihren Mund aus. 5. Aloe Vera Aloe Vera kann helfen, Zahnfleischentzündungen zu beruhigen und zu heilen. Anwendung: Tragen Sie Aloe Vera Gel direkt auf das entzündete Zahnfleisch auf und lassen Sie es einwirken. Spülen Sie Ihren Mund nach einigen Minuten aus.

Weitere Tipps zur Vorbeugung von Zahnfleischentzündungen

Neben der Anwendung von Hausmitteln gibt es weitere Maßnahmen, die Sie ergreifen können, um Zahnfleischentzündungen vorzubeugen:
Regelmäßiges Zähneputzen
Putzen Sie Ihre Zähne mindestens zweimal täglich, um Plaque zu entfernen.
Verwendung von Zahnseide
Verwenden Sie täglich Zahnseide, um Essensreste und Plaque zwischen den Zähnen zu entfernen.
Gesunde Ernährung
Eine ausgewogene Ernährung mit viel Obst und Gemüse kann die Gesundheit des Zahnfleisches fördern.
Regelmäßige Zahnarztbesuche
Gehen Sie regelmäßig zum Zahnarzt, um Ihre Mundgesundheit überwachen zu lassen.

Parodontose: warum Hausmittel hier an eine Grenze stoßen

Wer nach Hausmitteln gegen Parodontose sucht, ist meist einen Schritt weiter als bei einer einfachen Zahnfleischentzündung — und dieser Schritt verändert alles. Bei der Gingivitis liegt der bakterielle Belag auf der Zahnoberfläche und am Zahnfleischsaum, also dort, wo Zahnbürste, Interdentalbürste und eine Spülung hinkommen. Die S3-Leitlinie zum häuslichen chemischen Biofilmmanagement beschreibt diese Phase ausdrücklich als die erste, reversible Phase.
Bei der Parodontitis, umgangssprachlich Parodontose, ist das anders. Die PAR-Richtlinie des Gemeinsamen Bundesausschusses beschreibt den Verlauf so: Die entzündungsbedingten Veränderungen des Saumepithels führen zu einer Ausdehnung des Biofilms in den subgingivalen Bereich, es entstehen Zahnfleischtaschen, und durch die Abwehrreaktion des Körpers kommt es zum Attachment- und Alveolarknochenverlust. Der Belag sitzt dann unter dem Zahnfleisch, an der Wurzeloberfläche. Dorthin gelangt keine Mundspülung, gleich was sie enthält.
Dieselbe S3-Leitlinie nennt die Parodontitis eine irreversible Entzündung des Zahnhalteapparates, der aus Zement, parodontalem Ligament und Alveolarknochen besteht. Verlorener Knochen wächst durch Spülen, Auflegen oder Trinken nicht nach. Was eine Behandlung erreichen kann, ist etwas anderes, und die PAR-Richtlinie benennt es klar: entzündliche Veränderungen des Parodonts zum Abklingen bringen, einem weiteren Attachment- und Zahnverlust vorbeugen und den Behandlungserfolg langfristig sichern.
Deshalb gilt für diese Seite eine klare Trennung. Alles, was weiter oben zu Salzwasser, Kamillentee, Teebaumöl, Kurkuma und Aloe vera steht, bezieht sich auf die Zahnfleischentzündung. Für eine Parodontitis ist keines dieser Mittel eine Behandlung. Ob bei Ihnen eine Gingivitis oder bereits eine Parodontitis vorliegt, lässt sich zu Hause nicht feststellen: Dafür werden die Sondierungstiefen an mindestens zwei Stellen je Zahn gemessen, dazu kommen Zahnlockerung, Furkationsbefall und in der Regel eine Röntgenaufnahme, die nicht älter als zwölf Monate ist. Behandlungsbedürftig ist eine Parodontitis nach § 4 der PAR-Richtlinie, wenn eine entsprechende Diagnose gestellt wird und dabei eine Sondierungstiefe von 4 mm oder mehr vorliegt. Was der Unterschied zwischen den beiden Begriffen ist, steht unter Parodontitis und Parodontose; wie weit sich eine Parodontose zurückdrängen lässt, unter Kann Parodontose wieder weggehen?

Was zu Hause trägt — und was die Leitlinien dazu geprüft haben

Die mechanische Reinigung ist die Grundlage
Die S3-Leitlinie zum häuslichen chemischen Biofilmmanagement hält fest: Die Basis der Vorbeugung und der Therapie der Gingivitis ist die sorgfältige mechanische Mundhygiene, die neben dem Zähneputzen mit einer Form der Interdentalreinigung ergänzt werden muss. Für die Parodontitis kommt dieselbe Anforderung aus der Parodontitis-Leitlinie: Eine kontinuierliche Anleitung zur häuslichen Mundhygiene soll im Verlauf aller Therapiestufen einschließlich der Nachsorge erfolgen — mit dem stärksten Empfehlungsgrad, den die Leitlinie kennt.
Welche Wirkstoffe in Spülungen geprüft sind
Für die Therapie der Gingivitis empfiehlt die S3-Leitlinie ergänzend zur mechanischen Reinigung Mundspüllösungen mit ätherischen Ölen, Chlorhexidin oder Triclosan/Copolymer, gestützt auf einen hohen Evidenzgrad. Mit einem Grad schwächer folgen Aminfluorid/Zinnfluorid und Cetylpyridiniumchlorid. Die Leitlinie schränkt beides selbst ein: Eine Aussage zu bestimmten Formulierungen oder Konzentrationen sei auf Basis der eingeschlossenen Studien nicht möglich. Was das für die Auswahl bedeutet, steht ausführlich auf unserer Seite zur Spülung bei Zahnfleischentzündung.
Warum sich das nicht auf selbst angerührte Mischungen übertragen lässt
Die Empfehlung zu ätherischen Ölen bezieht sich auf fertige Mundspülprodukte, in denen die Öle sehr gering konzentriert und stabil gelöst vorliegen. Teebaumöl wird in der Leitlinie nur als möglicher Bestandteil solcher Gemische erwähnt, nicht als eigenständig geprüftes Mittel. Aus der Empfehlung für ein Fertigprodukt folgt deshalb nichts für eine selbst angesetzte Lösung. Wenn Sie ätherische Öle im Mund anwenden, sprechen Sie das bitte im Termin an.
Chlorhexidin ist eine zeitlich begrenzte Maßnahme
Chlorhexidin gehört zu den Wirkstoffen mit der stärksten Empfehlung — und hat zugleich eine enge Grenze. Als alleinige Maßnahme sollen Spülungen mit 0,1 Prozent oder mehr nur kurzfristig eingesetzt werden, etwa zwei bis vier Wochen, und zwar dann, wenn ein mechanisches Biofilmmanagement nicht möglich oder nicht angezeigt ist. Auch begleitend zur Parodontitisbehandlung ist Chlorhexidin nur eine offene Empfehlung für einen begrenzten Zeitraum, nämlich bis die mechanische Reinigung wieder vollumfänglich möglich ist. Einzelheiten stehen auf unserer Seite zur chlorhexidinhaltigen Mundspülung.
Risikofaktoren sind der größte eigene Hebel
Rauchen und Diabetes mellitus sind zwei nachgewiesene Risikofaktoren für Parodontitis; ihre Kontrolle soll nach der S3-Leitlinie Teil der ersten Therapiestufe sein, ebenfalls mit dem stärksten Empfehlungsgrad. Die PAR-Richtlinie verlangt, beides bei der Anamnese zu erfassen: bei Diabetes den HbA1c-Wert, beim Tabakkonsum die Staffelung nach unter zehn oder ab zehn Zigaretten am Tag. Hier liegt der Teil, den tatsächlich Sie in der Hand haben.
Die Nachsorgetermine gehören zur Behandlung
Nach der aktiven Therapie folgt die Unterstützende Parodontitistherapie. Der UPT-Zeitraum beträgt nach § 13 Abs. 3 der PAR-Richtlinie zwei Jahre und beginnt am Tag der ersten UPT-Leistung. Die Richtlinie zählt in § 13 Abs. 2 sechs Leistungen auf, und sie sind unterschiedlich oft vorgesehen — nicht jeder Termin umfasst dasselbe. Regelmäßig erbracht werden die Mundhygienekontrolle, soweit erforderlich eine erneute Mundhygieneunterweisung, die vollständige supragingivale und gingivale Reinigung aller Zähne sowie — nur bei Sondierungstiefen ab 4 mm mit Sondierungsbluten und an allen Stellen ab 5 mm — die subgingivale Instrumentierung. Wie oft, richtet sich nach dem Grad der Erkrankung, also nach der Progressionsrate: bei Grad A bis zu zweimal, bei Grad B bis zu viermal, bei Grad C bis zu sechsmal. Die Messung von Sondierungstiefen und Sondierungsbluten gehört ausdrücklich nicht dazu; sie ist seltener vorgesehen, bei Grad B zweimal und bei Grad C viermal. Die vollständige Untersuchung des Parodontalzustands mit Befunddokumentation kann einmal im Zeitraum erbracht werden.

Was die Behandlung leistet, das zu Hause nicht zu erreichen ist

Die Parodontitistherapie hat für den entscheidenden Schritt einen eigenen Begriff: subgingivale Instrumentierung. Gemeint ist das Entfernen von Biofilm und harten Belägen unterhalb des Zahnfleischrandes, mit Handinstrumenten oder mit Schall- und Ultraschallgeräten, die genau dafür gebaut sind, Zugang zur Wurzeloberfläche in der Tasche zu bekommen. Die S3-Leitlinie spricht dazu die stärkste Empfehlung aus, die sie kennt: Die subgingivale Instrumentierung soll eingesetzt werden, um eine Parodontitis zu behandeln.
Wie viel das bewirkt, hat die Leitlinie beziffert. Über die ausgewerteten Studien hinweg sank die Sondierungstiefe im Mittel um 1,7 Millimeter nach sechs bis acht Monaten, im Durchschnitt waren 74 Prozent der Taschen danach geschlossen, und die Blutung auf Sondieren ging um 63 Prozent zurück. Das ist der Maßstab, an dem sich häusliche Maßnahmen messen lassen müssten — und es ist genau der Bereich, den sie nicht erreichen.
Der Weg über die gesetzliche Krankenkasse ist dafür geregelt. Die PAR-Richtlinie beschreibt eine feste Strecke: ein parodontologisches Aufklärungs- und Therapiegespräch, eine patientenindividuelle Mundhygieneunterweisung mit Anfärben der Beläge und praktischer Anleitung, die antiinfektiöse Therapie im geschlossenen Vorgehen, die nach Möglichkeit innerhalb von vier Wochen abgeschlossen sein soll, drei bis sechs Monate später eine Befundevaluation, bei Bedarf ein offenes Vorgehen und anschließend die Unterstützende Parodontitistherapie. Die Durchführung bedarf der vorherigen Genehmigung durch die Krankenkasse. Den vollständigen Ablauf finden Sie unter Parodontosebehandlung – Ablauf.
Hausmittel stehen dazu nicht im Widerspruch, sie stehen auf einer anderen Ebene. Sie können zu dem gehören, was Sie zwischen den Terminen tun; sie ersetzen weder die Untersuchung noch die Behandlung. Wenn Ihr Zahnfleisch blutet, sich zurückzieht oder ein Zahn sich locker anfühlt, ist der nächste Schritt kein weiteres Hausmittel, sondern ein Termin. Was bei fortgeschrittenem Abbau zusätzlich möglich ist, steht unter Knochenabbau am Zahn.

Wann sollte man einen Zahnarzt aufsuchen?

Während Hausmittel effektiv sein können, um leichte Zahnfleischentzündungen zu lindern, gibt es Fälle, in denen ein Besuch beim Zahnarzt notwendig ist. Ein Zahnarzt kann professionelle Behandlungen anbieten, um die Entzündung zu bekämpfen und die Mundgesundheit wiederherzustellen.
Wenn die Beschwerden trotz sorgfältiger Reinigung nicht abklingen
Zahnfleisch, das trotz gründlichem Putzen und täglicher Reinigung der Zwischenräume gerötet und geschwollen bleibt, ist ein Grund für einen Termin. Eine Frist dafür gibt es nicht — je früher gemessen wird, desto genauer lässt sich sagen, ob es bei einer Gingivitis geblieben ist.
Wenn das Zahnfleisch stark blutet
Starke oder wiederkehrende Blutungen gehören zahnärztlich untersucht.
Wenn sich das Zahnfleisch zurückzieht oder Zähne locker werden
Zurückgehendes Zahnfleisch und lockere Zähne sind Anzeichen, die in der Praxis gemessen und beurteilt werden müssen.
Fazit

Fazit

Eine Zahnfleischentzündung ist unangenehm, aber in ihrer frühen Form umkehrbar. Der Teil, der dabei nachweislich trägt, ist unspektakulär: zweimal täglich gründlich putzen, jeden Tag die Zwischenräume reinigen, Rauchen und einen Diabetes im Blick behalten. Hausmittel können diesen Alltag begleiten, sie ersetzen ihn nicht. Und sobald der Verdacht auf eine Parodontitis im Raum steht — Zahnfleisch, das zurückgeht, Zähne, die sich lockern, Blutung, die nicht aufhört —, ist die Untersuchung der nächste Schritt und nicht das nächste Mittel. Je früher gemessen wird, desto mehr Zahnhalteapparat lässt sich erhalten.

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FAQ zu Hausmittel gegen Zahnfleischentzündung

Eine Zahnfleischentzündung ist eine Reizung des Zahnfleisches, die meist durch Plaque-Bakterien am Zahnfleischrand entsteht. Unbehandelt kann sie in eine Parodontitis übergehen und auch den Kieferknochen schädigen.
Typische Anzeichen sind gerötetes, geschwollenes Zahnfleisch, Blutungen beim Putzen oder bei Zahnseide und eventuell Mundgeruch. Halten diese Beschwerden mehrere Tage an, spricht dies für eine Zahnfleischentzündung.
Plaque ist ein bakterieller Belag, der das Zahnfleisch reizt und eine Entzündung auslöst, wenn er nicht regelmäßig entfernt wird. Bleibt er lange haften, kann er zu hartem Zahnstein werden und die Entzündung verstärken.
Genannt werden Salzwasserspülungen, stark verdünntes Teebaumöl, Kamillentee, Kurkuma und Aloe vera. Keines dieser Mittel kommt in den S3-Leitlinien zum häuslichen Biofilmmanagement vor. Was dort empfohlen wird, sind Mundspüllösungen mit ätherischen Ölen, Chlorhexidin oder Triclosan/Copolymer sowie, einen Grad schwächer, mit Aminfluorid/Zinnfluorid oder Cetylpyridiniumchlorid — und zwar immer ergänzend zur mechanischen Reinigung, nie an ihrer Stelle.
Lösen Sie einen Teelöffel Salz in einem Glas warmem Wasser, spülen Sie den Mund gründlich und spucken Sie die Lösung aus. Dies kann in der Regel zwei- bis dreimal täglich erfolgen.
Teebaumöl darf nur stark verdünnt angewendet und nicht geschluckt werden. Bei Brennen, Unverträglichkeiten oder allergischen Reaktionen sollte die Anwendung sofort beendet und ein Arzt oder Zahnarzt kontaktiert werden.
Kamillentee wirkt beruhigend, Kurkuma entzündungshemmend und Aloe Vera kühlend und heilungsfördernd auf das Zahnfleisch. Sie können lokal angewendet oder als Spülung bzw. Getränk genutzt werden.
Hausmittel lindern die Symptome, ersetzen aber keine konsequente Mundhygiene. Wichtig sind tägliches Zähneputzen, Reinigung der Zwischenräume und eine zahngesunde Ernährung.
Wenn die Beschwerden trotz gründlicher Reinigung nicht abklingen, wenn das Zahnfleisch stark blutet, sich zurückzieht oder Zähne locker werden. Eine feste Frist, ab der man gehen sollte, gibt es nicht; früher ist besser. Nur in der Praxis lässt sich messen, ob es bei einer Zahnfleischentzündung geblieben ist oder ob bereits Sondierungstiefen von 4 mm oder mehr vorliegen — und davon hängt ab, was zu tun ist.
Gründliche tägliche Mundhygiene, regelmäßige zahnärztliche Kontrollen und professionelle Zahnreinigungen sind entscheidend. Eine ausgewogene Ernährung und der Verzicht auf Rauchen unterstützen zusätzlich ein gesundes Zahnfleisch.
Nein. Bei einer Parodontitis hat sich der bakterielle Biofilm in den Bereich unterhalb des Zahnfleischrandes ausgedehnt und es sind Zahnfleischtaschen entstanden; so beschreibt es die PAR-Richtlinie des Gemeinsamen Bundesausschusses. Dorthin gelangt weder eine Spülung noch eine Paste, die Sie auflegen. Die S3-Leitlinie zur Gingivitis bezeichnet die Parodontitis zudem als irreversible Entzündung des Zahnhalteapparates. Hausmittel können den Alltag begleiten, sie sind aber keine Behandlung und ersetzen die Untersuchung nicht.
Nein. Der Verlust an Attachment und Alveolarknochen ist die Folge der Entzündungsreaktion und geht durch häusliche Maßnahmen nicht zurück. Was eine Behandlung erreichen kann, ist in der PAR-Richtlinie beschrieben: die Entzündung zum Abklingen bringen, einem weiteren Attachment- und Zahnverlust vorbeugen und das Ergebnis langfristig sichern. In bestimmten Fällen kommen regenerative Verfahren in der Praxis in Betracht; das ist eine Frage des Befundes und wird bei der Untersuchung geklärt.
Drei Dinge, und alle drei stehen in den Leitlinien. Erstens die mechanische Reinigung: Zähneputzen plus eine Form der Interdentalreinigung, wobei die geeigneten Hilfsmittel bei der Mundhygieneunterweisung individuell bestimmt und praktisch geübt werden. Zweitens die Risikofaktoren: Rauchen und Diabetes sind zwei nachgewiesene Risikofaktoren, ihre Kontrolle soll Teil der ersten Therapiestufe sein. Drittens die Nachsorgetermine der Unterstützenden Parodontitistherapie über zwei Jahre. Das ist weniger spektakulär als ein Hausmittel und für den Verlauf ungleich wichtiger.
Nach § 4 der PAR-Richtlinie ist die systematische Behandlung angezeigt, wenn eine der dort genannten Diagnosen gestellt wird und dabei eine Sondierungstiefe von 4 mm oder mehr vorliegt. Gemessen wird an mindestens zwei Stellen je Zahn, dazu kommen Zahnlockerung, Furkationsbefall und der röntgenologische Knochenabbau. Die Durchführung der systematischen Parodontitistherapie bedarf der vorherigen Genehmigung durch die Krankenkasse.
Diese Mittel sind in den hier herangezogenen Dokumenten nicht bewertet: Weder die S3-Leitlinie zum häuslichen chemischen Biofilmmanagement noch die S3-Leitlinie zur Behandlung von Parodontitis noch die PAR-Richtlinie erwähnen sie. Die Gingivitis-Leitlinie hat eine Übersichtsarbeit zu pflanzlichen Mundspüllösungen ausdrücklich ausgeschlossen, weil sie ausschließlich Chlorhexidin gegen pflanzliche Spülungen verglich, und eine weitere, weil ihre Daten eine Vielzahl natürlicher Inhaltsstoffe zusammenfassten und keine Beurteilung der einzelnen Stoffe erlaubten. Es gibt zu diesen Mitteln also keine Leitlinienaussage, auf die man sich stützen könnte — und eine Parodontitis wird davon nicht behandelt.

Das sagen unsere Patienten

Ich habe mein erstes Implantat bekommen. Die Behandlung war absolut schmerzfrei und ich wurde super gut behandelt. Der Doktor und das Team nehmen sich Zeit und erklären alles was sie machen. Ich habe mich sehr gut aufgehoben gefühlt und kann diese Praxis wärmstens weiterempfehlen. Vielen lieben Dank!

Busta MoveBewertet auf Google

Ich bin seit 2020 Patient. Meine Anliegen konnte ich sehr gut mit Herrn Paetz und dem Team besprechen und meine Fragen konnten beantwortet werden. Handwerklich wahrscheinlich einer der besten Praxen Berlins.

Bartek StawiszynskiBewertet auf Google

Ich, als absoluter Angst Patient muss sagen, tolles Team. Sehr schnell ein Termin bekommen, mein Zahn Problem, war in kürzester Zeit vorbei und mit der Lachgas Therapie war es erträglich.

Dave WBewertet auf Google

Ich hatte eine Prophylaxe bei Frau Kern. Als Angstpatientin fühlte ich mich sehr gut aufgehoben. Absolut kompetent, empathisch und behutsam. Die Praxis ist perfekt für Angstpatienten.

Nina IffländerBewertet auf Google

Ich bin die klassische Angstpatientin und diese Praxis hat es geschafft, mich etwas aus meinem Trauma herauszuholen. Die Schwestern sind so bemüht und die Ärztinnen super einfühlsam.

Saskia ReicheBewertet auf Google

Sehr freundlicher Tresen, keine Wartezeit und äußerst kompetente Zahnärztin. Vor allem habe ich geschätzt, dass mir keine Behandlung aufgedrängt wurde. Ich bin begeistert!

Andrea GerischerBewertet auf Google

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Medizinisch geprüft von Martin Paetz, Leitender Zahnarzt mit dem Schwerpunkt Chirurgie & Gründer von Wunschlachen — geprüft am 19.08.2026